392 Friktion
Belidör denkt sich ein Gewicht an den Zapfenselbst angebracht, und untersucht, wie stark es seyn müß-te, um der durch die Wage und beide Gewichte erzeugtenFriktion gleich zu kommen. Da wendet er die Summi-rung einer unendlichen Reihe an. Allein dies Versah»ren ist nicht nothwendig, weil man das Gesuchte auf obi-ge Art leichter finden kann.
Wenn a »»geändert bleibt, aber e abnimmt, so
wächst in dem Bruche —-— der Nenner, und der3 a — e
Zähler wird kleiner, folglich auch der Bruch. Es wirdalso x desto kleiner gegen 2 P + W, je kleiner e gegen aist. Daraus kann man denn leicht abnehmen, warumeine Wage mit dünneren Zapfen empfindlicher ist; undum dies in einem noch höhern Grade zu erhalten, gibtman auch wohl den Zapfen, statt der runden, eine prie,matische Gestalt, so baß sie mit einer Schärfe auf denLagern ruhen. Durch diese Verminderung der -Flächewird nicht die Friktion geringer, sondern ihr Moment,wie wir aus Obigem wissen. Und eben dieses läßt sichauch auf die Friktion der Zapfen von Rädern und Wel-len, auf dieAxen von Rollen, Flaschenzügen rc. anwen,den.
Für die praktische Mechanik ist es allerdings sehrnützlich, alle die Fälle aufzusuchen, wo die Lehre von derVerminderung der Reibung einen wohlthätigen Einflußauf das Maschinenwesen haben kann. Ich will daherhier noch einige der wichtigsten Anwendungen dieser Lehrebeibringen.
Schon Perrault beschreibt in seinem Kecneiltle piusieurs Machines, Paris 1700, gleich zu An-fange verschiedene Maschinen, Lasten ohne Reibung, wieer sagt, in .die Höhe zu bringen. Er sucht nämlich dieMaschinen so darzustellen, daß sie eine möglichst geringeFriktion erleiden. Durch ähnliche Bemühungen zeich,neken sich in der Folge auch Camus und Drsagu-liere aus. Allein erst in den neuern Zeiten untersuch-te man alle die Umstände genauer, welche die Bewegung