Band 
Zweiter Theil. E-J.
Seite
424
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424 Friktion

So gern man auch die Friktion in vielen Absichtenbei Maschinen vermindert, so nöthig und nützlich kannsie doch wieder in verschiedenen andern Fällen seyn;ist oft dienlich, sie so stark wie möglich auf gewisse Flä-chen wirken zu lassen. Das Beispiel haben wir an denSchrauben, deren Gebrauch genaue und feste Stel-lungen erfordert, bei der Nuß an Stativen zu Fcrn-röhren, geometrischen Werkzeugen u. s. w., wo mandas Instrument in jede Lage bringen und es dann mit,telst der Friktion der Schrauben feststellen kann. Oftfinden wir es eben so nöthig, Bewegungen zu stören undaufzuhalten, als dieselben hervorzubringen. Wären dieOberflächen der Körper nicht rauch, so würden mancheBewegungen länger dauern, als wir es nach unsern Ab-sichten wünschen, da der Widerstand der Luft nicht großgenug ist, dieses gehörig ins Werk zu richten. MancheBewegung würde größer werden, als wir es wollen,oder ihre Richtung nicht so leicht ändern lassen, obgleichsie von Z ik zu Zeit geändert werden muß. Durch dieFriktion sind wir vermögend, auf Anhöhen zu kommen,welkes nicht geschehen könnte, wenn die Anhöhe mitEiö überzogen wäre.

Die Reibung der Stricke und des Holzes wird be-sonders durch Kreide vermehrt. So pflegt man dasSeil an einer Radwindc, um an derselben große Lastenin die Höhe zu ziehen, mit Kreide zu bestreichen, es als-dann einige Mal straff um die Welle zu winden und dasandere Ende durch eine oder mehrere Personen stark an-zuziehen. Auch durch Sand, Staub und Unrcinigkeitvergrößert man die Friktion.

Durch Seile, über Scheiben gezogen und ange-drückt, so daß sie eine starke Reibung machen, lassensich Fernrohre und chemische Gefäße in willkürlichenStellungen erhalten. Eine andere ähnliche Anwendungder Friktion zeigt sich bei Rädern mit Schnur und Rie,men, wie man sie täglich b:i Schleifsteinen uiid Spinn-rädern kennen lernen kann. Durch das Reiben schleifenwir auch die Körper zu allerlei Figuren ab, und geben