Geschwindigkeit des fließenden Wassers 571
gel in einer bemerkten Zeit gemacht haben. Dieses Rad.chen rückt bei jedem Umgänge der Flügel um einen Zahnfort. Zur genauern Bezeichnung der fortgerückten Zäh-ne, deren hier überhaupt 50 sind, dient ein am Bogenangebrachtes, oben zugeschärftes Stück Messing, ein so-genannter Deuter, der anfänglich bei der Zahl 50 indas Rädchen eingreift. Ist nun dieses Rädchen durchden Umlauf der Flügel so weit vorgerückt, daß man dieZahl 20 ander Schärfe dee Deuters findet, so siehtman, daß 20 Umgänge geschehen sind. Damit aberdas Rädchen in einem bestimmten Augenblicke die Um-gänge der Flügel zu bezeichnen anfange, und sie wiederbis zu einem bestimmten Augenblicke fortzähle, so hatdas Rädchen dieselbe Einrichtung, wie bei dem im Ar-tikel Anemometer beschriebenen und durch eine Zeich,nung erläuterten Windmesser, wo eö aus der Schraubeohne Ende augenblicklich herausgezogen und augenblick-lich wieder hineingeschoben werden kann, je nachdem dieBewegung der Flügel auf das Rädchen Einfluß habensoll, oder nicht.
Wenn indessen mehr als 50 Umgänge oder wohl ei.nige hundert in die Veobachtungszeit fallen, so enthältdas Werkzeug auf diese Art noch kein Merkmal, woraussich erkennen ließe, wieviele ganze Umgänge desRädchens während der Beobachtungszeit verflossensind. Zu dem Ende wird an der Welle des Rädchensauf der Hintern Seite ein kleines Getriebe von etwa 5Zähnen angebracht, welches in ein zweites Rädchengreift, das jenem völlig ähnlich ist. So vielmal nundas zweite Rädchen um 5 Zähne fortrückt, so viele gan-ze Umgänge hat das erste Rädchen gemacht.
Die erste Theorie von der Geschwindigkeit der Flüsseverdanken wir dem Galileo; sie gründete sich auf dasGesetz, nach welchem feste Körper an einer geneigtenEbene heruntergleitcn. Dem zufolge hing also die Ge-schwindigkeit blos von der Höhe des Abfalls ab, undwar der Quadratwurzel aus dieser Höhe proportional,mithin im Fortgange des Flusses immer zunehmend, nie