Band 
Zweiter Theil. E-J.
Seite
628
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628 Gleitende Bewegung

nem specifischen Gewichte muß sich einerlei fester Körperauf verschiedene Tiefen eintauchen ; er muß nämlich destotiefer sinken, je specifisch leichter die Materie ist, destoweniger lief aber, je specifisch schwerer die flüssige Ma-terie ist- Auch wenn in einerlei flüssige Materien festeKörper von verschiedenem specifischen Gewichte einge-taucht werden, so muß der specifisch schwerere tiefer sin-ken , als der specifisch leichtere. Auf diese Weise wer-den gleich große Würfel von verschiedenen Holzarten imWasser ungleich tiefer sich eintauchen, eben so wie eineinziger solcher Würfel in verschiedenen flüssigen Mate-rien sich verschiedentlich eintaucht. Anwendungenvon diesen Sätzen zur Bestimmung der specifischen Ge-wichte fester und flüssiger Körper, und Beschreibungenvon den dazu nöthigen Werkzeugen, findet man in denArtikeln Eigenthümliche Schwere und Aräo-meter.

Die Sätze vom Gleichgewichte fester Körper mitflüssigen sind Erfindungen des Archimedeo. Vitruv erzählt davon (Archit. Lib. IX. c. 3 ) die bekannteFabel mit dem Goldschmiede, welcher dem Könige Hierovon Syrakus eine goldene Krone gemacht, und stattGold, Silber zugesetzt hatte. Archimedee stellteeinst im Bade über das Leichterwerden seines KörpersBetrachtungen an, und entdeckte dadurch den Betrugdes Goldschmiedes ; s. auch Hydrostatik. Vor Freu-den hierüber soll er nackend und mit Geschrei aus demBade gesprungen seyn. Obgleich diese Erzählung ziem-lich fabelhaft klingt, so kann doch die Erfindung der hy,drostatischen Probe von Archimedee selbst gemachtworden seyn, obgleich seine Bücher darüber nur vonschwimmenden und nicht von untersinkenden Körpernhandeln.

Die hierher gehörigen Schriften findet man unter denArtikeln Statik und Hydrostatik aufgeführt.Gleichschenklichter Keil, s. Keil.Gleitende Bewegung, RurschendeBe-wegung, heißt diejenige Bewegung eines Körpers, wo