Hydraulische Maschinen 235
bop peli (d. h. im Auf. und Niedergehen der Kolben)arbeiten, nur einen Cylinder und einen Treil'kolbenhaben. Ruhig und sanft geht bei der ReichenbachschenMaschine die Kolbensteuerung vor sich. Freilich kanndie Maschine wegen des bedeutenden hydraulischen Wi-derstandes nur langsam arbeiten. Dieser Widerstandrührt hauptsächlich davon her, daß das Aufschlogwasserdurch mehrere enge Röhren und Oeffnungen dringen,viele Beugungen erleiden muß, und baß die Trägheitder ungeheuren Wasser - und Soolenmasscn in denüber 3000 Fuß langen Steig. und Einfallröhren sehrbedeutend ist.
Die hydraulische Maschine des Creile zu Berlin gründet sich auf den Versuch, daß, wenn man einGesäß mit Wasser auf eine horizontale Drehscheibestellt, das Wasser durch die Ccntrifugalkraft vom Mit.telpunkte auswärts getrieben, und die Oberfläche dessel,ben eine Form annehmen wird, welche der Parabelnahe kommt. Creile bog daher eine Röhre in die pa-rabolifche Form, stellte diese Röhre, deren beide Scheu-kel die Schenkel der Parabel ausmachten, so auf denScheitel, daß die Schenkel aufwärts gekehrt waren,und verband sie • mit einer lothrechten Spindel oderWelle, woran man sie mittelst einer Kurbel in Um-drehung setzen konnte. Der Scheitel bekam unken eineOeffnung, welche das Wasser in die Röhre eindringenließ. Wenn dann die Maschine auf eine gewisse Tiefein das Wasser eingetaucht wurde, so wurde letzteres,durch schnelle Umdrehung der Röhre, in den beidenSchenkeln der Röhre emporgehoben. Aus den Mün-dungen derselben wurde es dann in einen Trog ausge-leert, woraus es durch ein an der Seite des Trogesangebrachtes loch weiter abfloß. Verband man vier,sechs oder mehr solche Röhren mit einander, so erhieltman natürlich eine noch größere Wassermenge.
I. G. Dinglers polytechnisches Journal Db. VII.Stuttgart 1822. 8. S. 257 f. Beschreibung und Abbil-