Wasser ivar es wohl kühl gewesen; Tadzio trug einedunkelblaue Seemanns - Uberjacke mit goldenenKnöpfen und auf dem Kopf eine zugehörige Mütze.Sonne und Seeluft verbrannten ihn nicht, seineHaut war marmorhaft gelblich geblieben wie zu Be-ginn; doch schien er blässer heute, als sonst, sei esinfolge der Kühle oder durch den bleichenden Mond-schein der Lampen. Seine ebenmäßigen Brauenzeichneten sich schärfer ab, seine Augen dunkeltentief. Er war schöner, als es sich sagen läßt, undAschenbach empfand wie schon oftmals mit Schmer-zen, daß das Wort die sinnliche Schönheit nur zupreisen, nicht wiederzugeben vermag.
Er war der teuren Erscheinung nicht gewärtig ge-wesen, sie kam unverhofft, er hatte nicht Zeit gehabt,seine Miene zu Ruhe und Würde zu befestigen.Freude, Überraschung, Bewunderung mochten sichoffen darin malen, als sein Blick dem des Vermißtenbegegnete, — und in dieser Sekunde geschah es, daßTadzio lächelte: ihn anlächelte, sprechend, vertraut,liebreizend und unverhohlen, mit Lippen, die sichim Lächeln erst langsam öffneten. Es war dasLächeln des Narziß , der sich über das spiegelndeWasser neigt, jenes tiefe, bezauberte, hingezogeneLächeln, mit dem er nach dem Widerscheine dereigenen Schönheit die Arme streckt, — ein ganz
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