Buch 
Der Tod in Venedig : Novelle / von Thomas Mann
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101
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wenig verzerrtes Lächeln, verzerrt von der Aussichts-losigkeit seines Trachtens, die holden Lippen seinesSchattens zu küssen, kokett, neugierig und leise ge-quält, betört und betörend.

Der, welcher dies Lächeln empfangen, enteiltedamit wie mit einem verhängnisvollen Geschenk.Er war so sehr erschüttert, daß er das Licht derTerrasse, des Vorgartens zu fliehen gezwungen warund mit hastigen Schritten das Dunkel des rück-wärtigen Parkes suchte. Sonderbar entrüstete undzärtliche Vermahnungen entrangen sich ihm:Dudarfst so nicht lächeln! Höre, man darf so nieman-dem lächeln! Er warf sich auf eine Bank, er atmeteaußer sich den nächtlichen Duft der Pflanzen. Undzurückgelehnt, mit hängenden Armen, überwältigtund mehrfach von Schauern überlaufen, flüsterte erdie stehende Formel der Sehnsucht, unmöglichhier, absurd, verworfen, lächerlich und heilig doch,ehrwürdig auch hier noch:Ich liebe dich!

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