SCHON TOT EIGENTLICH
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unter „Barbarei“ versteht und weiß dabei, daß es einetodgeweihte Welt ist, schon tot eigentlich, im Begriffe,von östlich-proletarischen Wogen verschlungen undbegraben zu werden. Am Ende hieße es nicht derWeltgeschichte in die Speichen fallen, wenn man zu-gäbe, daß es immerhin irgendwie ein bißchen schadedarum ist...
Es gab noch Aufenthalte durch Photographen undJournalisten im Foyer. Dann führte uns ein Wagen inwenigen Minuten zum Quartier der europäischen Zen-trale der „Dotation Carnegie pour la paix internatio-nale“, Boulevard Saint-Germain .
Wartende Menschen am Eingang, Kontrolle, An-zeichen einer gewissen Spannung. Wir passierten unterunseres Führers bedeutendem Schutz. Begrüßungenim Flur, Bekanntschaft am Fuße der Treppe mit J. E.Spenle, dem Straßburger Professor und aufmerksamenBeobachter der deutschen literarischen Produktion, demauch ich zu großem Dank verpflichtet bin. WeitereVorstellungen in dem oberen Wartezimmer mit Bureau-charakter: Earle B. Babcoch, der Neuyorker Gelehrteund directeur-adjoint der europäischen Zentrale, PaulDesjardin von der Union pour la verite, Dr. Zifferervon der österreichischen Gesandtschaft, Charles du Bos ,Sekretär der Union Intellectuelle Fran?aise und aus-gezeichneter Kritiker, der eben noch eine Folge sehreindringlicher Studien unter dem mich verwandt an-mutenden Titel „Approximations“ zusammengefaßthat, und andere mehr. Noch einmal gab es den Magne-siumchok einer Aufnahme am Schreibtisch für die Zei-tungen. Botschaftsrat Dr. R. sondierte das Terrain.„Nicht wahr also, der Botschafter kann kommen?“ —