48 MAN SEHE NUN ABER DIESE FRANZOSEN ANI
zuviel. Die Zunge glitt mir aus; es war der einzige Augen-blick, wo die Hüter unserer Würde daheim Grund ge-habt hätten, zu zetern. Von Vertretern einer Lite-ratur, der meine Bildung so viel verdanke, den be-scheidenen Beitrag meines Lebens so geistvoll-freund-willig gewertet zu sehen, das hätte ich, sagte ich maß-loserweise, als „den“ Höhepunkt meines Lebens emp-funden. Ich hätte sagen müssen: als „einen“ Höhe-punkt, zumal ich durchaus nicht sicher bin, wo er ge-legen ist, der wirkliche, von augenblicklicher Dank-barkeit unabhängige Höhepunkt, wahrscheinlich nichtin einem öffentlichen Saale — im nächsten Augenblicksah ich das ein. Zu spät, das Wort war entschlüpft, die„Kniebeuge“ geschehen.
Man sehe nun aber diese Franzosen an! Takt habensie, das muß man ihnen lassen. Boucher, als Dolmetsch ,verbesserte mich. Er übersetzte ungenau und mit Ge-schmack, er setzte den unbestimmten Artikel, sagte„un“ des sommets. —
Für jetzt verabschiedete man sich. Auch wenn wirzu Fuß gingen, würden wir rechtzeitig zu dem Dinerumgekleidet sein, das die Union uns heute abend imCercle Volney gab. Das Gebrodel der Straßen war tollum diese Stunde. Die Aufgabe, einen Fahrdamm zuüberschreiten, bot mehr als einmal den Aspekt ewigerHoffnungslosigkeit. Gelange mit List bis zur Mitte —dann ist der Gegenstrom so dicht, daß du angewurzeltzwischen Tod und Verderben stehst, auf schmälsterPlattform, und weder vorwärts noch rückwärts kannst.Wie tröstlich wirkt in solcher Lage der Anblick desSchutzmannes, der hier, mitten im Leben, seinen dienst-lichen Stand hat, fatalistisch, doch unerschütterlich im