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AUFRUF ZUM PROTEST
ich scheu, habe die Geschichte im Gegensatz zu anderenDingen eher vielleicht was Lateinisches. „I see!“ riefer strahlend. „Boccaccio!“ — Und wie er lachte, alssich das übliche störende Rumoren und Stochern inder Dampfheizung, neben der wir saßen, durch Mani-pulieren am Schraubrädchen nur bedeutend verschlim-merte ! Dies Schuljungengaudium! Der Sinn für Hu-mor bleibt der oberste Vorteil dieser Rasse und wird nieaufhören, mich ihr zu verbinden ... Kurz, Goodrichwar eine Erfrischung ersten Ranges. Der weinblondekleine Deutsch-Italiener, Isenburg, obgleich Übersetzerdes „Tonio Kröger“ und sonst auch sehr artig, fiel abdagegen, nichts konnte ihn schützen.
Wir gingen diesseits der Seine spazieren, und wennwir nichts Sonderliches sahen, so war es auszeichnender-weise doch eben Paris , wo wir gingen. Wir frühstücktenim Cafe Palais d’Orsay , mit Chapiro, dem kosmopoliti-schen Publizisten und Gesprächspartner Hauptmanns— russisch-jüdisch-französisch—, der pariserischsprichtmit slavischem Akzent und deutsch mit französischem,schwarzäugig, sanft und graziös, mit dem weichenMittlerethos des Mischlings, betriebsam, opferbereit:auf eigenste Kosten war er von Berlin gekommen, weiler bei diesen deutschen Veranstaltungen, von denen ereine wohl selbst in die Wege geleitet, nicht glaubte fehlenzu sollen ...
Graves superieur! Diesen Augenblick kommt einAufruf zum Protest gegen das strikte, gesetzliche Alko-holverbot, das Deutschland drohen soll, nach ameri-kanischem Muster. Euch werde ich’s geben. Ein gutesGlas Wein, wenn es irgendwie festlich hergeht, istGottesgabe, und dabei von „Alkohol“ und „Alkoholis -