O JA, FOLGENREICH
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Wahrhaftig? Hat es nie logische Musik gegeben? Istes nicht vielleicht eine kleine Beschränktheit, ein fürallemal auf der Verwechslung der Musik mit roman-tisch-nächtig-mutterrechtlichem Wonneweben zu be-stehen? In Nietzsches Begriff des tragischen Mythusoffenbart sich seine „totale Unfähigkeit, den Mythuszu verstehen, historisch ausgedrückt: seine gänzlicheZusammenhanglosigkeit mit der wirklichen Roman-tik.“ (Auch Schopenhauer war also nicht wirklicheRomantik, das nicht.) „Diese Unberührtheit Nietz sches durch die stärkste geistige Bewegung des be-ginnenden 19. Jahrhunderts ist eine der auffallendstenund folgenreichsten Erscheinungen der deutschenGeistesgeschichte.“ O ja, folgenreich, wir wollen dasnicht leugnen. Folgenreich schon was den Glaubenan die Möglichkeit logischer Musik betrifft. Folgen-reich aber auch, insofern Nietzsche die mehr oder weni-ger latente Vaterländerei einer gewissen Romantik alseinen Sumpf empfunden hat — dies Wort kaum alsSchimpfwort, sondern als sachliche Kennzeichnung ge-nommen. Nietzsches hohes und bildendes Deutschtumwußte, wie dasjenige Goethes, andere Wege des Aus-drucks als den des großen Zurück in den mythisch-historisch-romantischen Mutterschoß. Es äußerte sichzum Beispiel allegorisch in dem Aphorismus, denBaeumler anzuführen unvorsichtig genug ist: „Apol-linisch werden: das heißt seinen Willen zum Unge-heueren, Vielfachen, Ungewissen, Entsetzlichen zubrechen an einem Willen zum Maß, zur Einfachheit,zur Einordnung in Regel und Begriff. Das Maßlose,Wüste, Asiatische liegt auf seinem Grunde; die Tapfer-keit des Griechen besteht im Kampfe mit seinem Asia-