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Pariser Rechenschaft / von Thomas Mann
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63
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WIE, UND DER PAZIFISMUS?! 63

sie ist, nämlich eben als eine Fiktion voller Tages-tendenz, bei welcher es sich nicht sowohl um den Geistvon Heidelberg , als um den von München handelt.Nicht an Bachofen und seine Grabessymbolik knüpftdas wahrhaft Neue an,.das jetzt werden will, sondernan das heroisch bewunderungswürdigste Ereignis undSchauspiel der deutschen Geistesgeschichte, an dieSelbstüberwindung der Romantik in Nietzsche unddurch ihn; und nichts ist gewisser, als daß in die Hu-manität von morgen, die nicht nur ein Jenseits derDemokratie, sondern auch ein Jenseits des Faschismuswird sein müssen, Elemente eines Neu-Idealismus ein-gehen werden, stark genug, um dem Ingrediens roman-tischer Nationalität die Wage zu halten.

An diese Dinge streiften meine Gedanken bei denskeptisch pointierten Szenen des Lustspiels und beider Zustimmung, die sie weckten. Große Erheiterungzwischendurch über die sonore und unverschüchterteFachkritik der Roland an der Aufführung, deren Über-legenheit über alles, waswir in Berlin und Wien könnten, sie energisch bestritt. Natürlich hatte sie eineweibliche Mitwirkende besonders auf dem Strich, dieLiebhaberin, die recht unkünstlerisch mit einer weißverbundenen Privatverletzung an der Hand kokettierteund deren Tricks mit den Augen der Bescheid wissen-den und scharfsichtigen Kollegin zu beobachten sehrlustig war. In den Pausen Unterhaltung nach rechtsmit Coudenhove, der mich durch das Geständnis einerstarken Neigung für meinen Aufsatz über Friedrich denGroßen verblüffte. Wie, und der Pazifismus?! Er seigar kein Pazifist, das sei ein Mißverständnis. Offenbarsei seine Ethik mir unbekannt, die heroisch sei schon