AUCH AUTOMOBILIST WAR DER MANN 71
Auch von Griechenland sprach der Bärtige undschenkte mir ein kleines Manuskript über das Parthenon ,betitelt „Une le£on du temple“, ein für die französische Gebärde höchst charakteristisches Stück lyrisch-philo-sophischer Rhetorik. „Porte de l’Infini, tu epuisesl’admiration de tes fideles, car tu es la voie qui conduitdes apparences passageres ä l’Idee indestructible.“Wunderbar. Auch Automobilist war der Mann undfuhr uns, nach dankbarer Verabschiedung von unserenliebenswürdigen Wirten, in seinem kräftigen kleinenCitroen, dem unser Opelwagen nachgebildet ist, zurStation der Tramlinie, die uns nach Paris führte. Dawir schließlich, um Zeit zu sparen, doch noch ein Taxinahmen, fuhren wir unter der ungeheuren Basis desEiffelturmes hindurch, wie durch eine riesige Unter-führung. Das Prahlwerk der Technik steht auf Füßen,nach Art gewisser eiserner Öfen. Der Turm zu Babel,an den man natürlich denkt, muß stärker gewirkt haben,nach allem, was man hört, mit seinen sechs sich ver-jüngenden Stufenbauten in Tonfarbe und bunterEmaille, auf mächtiger Terrasse und mit dem blau-leuchtenden Tempel als Krönung. Aber die konstruk-tive Magerkeit der modernen Erhebung hat wohl ihreeigene, uns zugehörige Schönheit, und statt des Tempelshat sie oben ein Restaurant.
Im Hotel, nach der Ruhe, ein ängstlich aufdämmern-des Erinnern, ein Klarwerden und starres Entsetzen.War so etwas möglich? Wir hatten eine Frühstücks-einladung vergessen! Am Freitag, statt mit ChapiroGraves zu trinken, hätten wir bei Mlle. Weiß von derEurope Nouvelle dejeunieren sollen: am ersten Abend,auf der Botschaft, beim Essen, hatte sie uns eingeladen