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Pariser Rechenschaft / von Thomas Mann
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79
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ALLES IST GUT DANN

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hielten oder vielmehr vor Lachen um den Atem brach-ten. Ibsen und Grieg , der unvorsichtigerweise um Ge-winnbeteiligung für seine Peer-Gynt-Musik bei ihmeinkommt. Ibsen und der neugierige Tapezierer, dervor Schreck von der Leiter stürzt, als der greise Troll,ganz Brille, ganz böse Bürgerlichkeit, mit rotglühendemGesicht und weißer Mähne durch eine Tür und seineebenfalls stark unterirdische Frau durch die andere insZimmer tritt. Die Komik solcher Geschichten steht natür-lich nicht sonderlich hoch; sie ist gesellschaftliche Unter-haltungskomik und muß getragen sein von jenem per-sönlichen Talent, das das gesellschaftlich Schätzens-werteste bleibt. Falls nicht Musik gemacht wird, ist esfür jede Gesellschaft am besten, jemand wie Björn oderauch wie der verstorbene Max Bernstein , der berühmteVerteidiger, ist da und erzählt Geschichten. Alles istgut dann, man genießt und wischt sich die Augen. DasKomische als Labsal, der Humorist als wahrer Wohl-täter der Menschheit, je älter ich werde, desto innigerempfinde ich es so, und ich habe es sehr früh so emp-funden.Humorist und also nicht vom ersten Range,sagt Goethe inDichtung und Wahrheit von einemitalienischen Künstler. Ich habe es angestrichen und mirhinter die Ohren geschrieben. Es ist ein vorwegnehmendmodernes Urteil nebenbei, welches heute wohl kritischherrschend geworden: Das Humoristische gilt alsbür-gerlich, und ein Element des Gutmütigen, das ihminnewohnt, mag wohl wirklich der strengen Zeit ent-gegen sein. Aber wie kommt es, daß trotz solcher kri-tischen Verfügung das Humoristische, produktiv, heuteeher in der Ausbreitung als im Rückgänge begriffenist ? Ist Hamsun , der Größte unter den Lebenden, nicht