Buch 
Pariser Rechenschaft / von Thomas Mann
Entstehung
Seite
81
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PAINLEVE WAR KÖSTLICH

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kümmern, welchen Platz die kritischen Bescheidwisserdem Humor in der Rangordnung der seelischen undgeistigen Werte heute zu weisen mögen, Zeit meinesLebens ist mir das Epische selbst mit dem Humoristi-schen fast auf ein Haar zusammengefallen, und auf nichtsin der Welt bin ich stolzer als auf die Notizen überden Humor, mit denen Arthur Schnitzler die LektüredesZauberbergs begleitet hat und unter denen mandas lapidare und schlagende Wort findet:Der Humo-rist lustwandelt innerhalb der Unendlichkeit.

Dies zum Gespräch mit Dagny. Übrigens war es sehrdrollig, wie sie sich beklagte,man sei immer etwasvon jemandem, die Tochter von jemandem, die Schwe-ster, die Frau von jemandem und der Gatte einfiel:Allons, allons! Tu es la femme de personne! Er be-schäftigt sich aber mit Literatur und ist ein geschätzterÜbersetzer.

Nach Tische weitere Gäste, junge Leute: Arne, SohnDagnys aus ihrer Ehe mit Langen, Dr. Zuckerkandlaus Wien , eine junge Schwedin. Painleve war köstlich.Man hatte ihn auf Italien gebracht, auf den Faschismusund seine Helden, und da ging er denn los, unterFreunden, er nahm kein ministerielles Blatt vor denMund. Ich hege große Abneigung, diplomatische Ver-wicklungen herbeizuführen, aber man verrät wohl keinStaatsgeheimnis, wenn man das Selbstverständlichefeststellt, daß der heute in Frankreich herrschende Poli-tikertyp von dem aufgedonnerten Gehaben dort drübennicht allzuviel wissen will. Ein Rohrspatz hätte sichnicht kräftiger äußern können als Maitre Painleve mitseiner wohllautenden Kammerstimme, und seine Anti-pathie ließ keinen Widerspruch gelten.Indessen, die