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ER FREUT SICH
überrumpelt, verwirrt, ein Kleidungsstück muß viel-leicht gewechselt, das Zimmer etwas geordnet werden— quälen wir ihn? Und doch haben wir in der Mieneder Nichte, als wir uns vorstellten, zu lesen geglaubt,daß er sich freuen werde.
Er freut sich —sein Entgegenkommen im engen Raumdes Arbeitszimmerchens, sein Blick, sein Händedrucklassen uns nicht daran zweifeln. Ich bin erschüttert, wieich dann bei ihm sitze, an dem improvisierten Not-behelf von Schreibtisch, und in dies zerfurchte, ab-gezehrte Gesicht im weißen Barte blicke, in das jeneGreuel sich eingezeichnet haben, die man in der „Sonneder Toten“ nachlesen mag, wenn man Mut hat, und daseinem Manne von fünfzig Jahren gehört, aber fünf-zehn Jahre älter erscheint. Meine Erschütterung gehtin Scham über, als er es ausspricht, daß er mich, denAltersgenossen, „jung und stark“ findet, und in bittererVerachtung an seiner eigenen Mitgenommenheit ver-gleichsweise hinunterweist. Ich muß an die Stelle den-ken in seinem furchtbaren Roman, wo er sagt, währendan der Wolga zehn Millionen Menschen vor Hungerkrepierten und Leichen fraßen, hätten wir andern Völ-ker gegafft wie ein junges Studentchen bei einer Demon-stration, voll Neugier, was aus dem „Experimente“ wohlwerden möge. Er hat etwas Erregtes und Schreckliches,besonders da er mit der Sprache kämpft. Er sprichtweder Deutsch noch eigentlich Französisch und sucht,was ihm an Möglichkeit des Ausdrucks fehlt, durch ver-stärkte Tongebung und heftige Bewegung seiner blassenKrankenhände zu ersetzen, was meine Erschütterungverstärkt. Die Nichte muß ihm helfen. Mit vermin-derter Stimme fragt er sie zwischendurch auf Russisch ,