schewistischen Spaß, der ihm verdorben wäre, wennman ihn fänge. Gott schütze ihn — ich werde nichtmüde, der Polizei meinen völligen Mangel an Rachsuchtzu beteuern. Ich bin nichts weiter als zeitpsychologischinteressiert, önormöment amuse — es gibt keine bessereFormel für mein inneres Verhalten — und versicheredem neuartigen jungen Mann, unter Hinweis auf dieentwaffnende Unerschrockenheit jenes Früchtchens beiGide — meines unverbrüchlichen Stillschweigens undmeines Einverständnisses mit ihm gegen die Häscher,falls er die Freundlichkeit haben sollte, sich mir zu er-kennen zu geben. —
Nachmittags gepackt. Tee mit Mereschkowski undden Lewisohns im Speisesaal des I. Stocks, reisefertig.Traf den russischen Dichter, der mit seinem Buch überTolstoi und Dostojewski einst auf meine zwanzig Jahreeinen so unauslöschlichen Eindruck gemacht, im Begriffe,ihm entgegenzugehen, auf dem Korridor vor unseremZimmer. Er ist graziler als die Mehrzahl seiner Lands-leute, mit kurzgehaltenem, graumeliertem Vollbart undvon fast eleganten Formen. Es bewegt mich, ihn mir inPerson gegenüber zu sehen, und mit Widerstand erin-nere ich mich des politisch entstellten Urteils über ihn,das ich neulich in einer deutschen radikalen Zeitschriftlas: ein „überschätzter Kleinbürger“ wurde er da ge-nannt, den die Revolution „restlos enthüllt“ habe. EinKleinbürger, der Autor des erschütternden und auf-wühlenden Buches über Gogol , nur weil sein russischesReligiosentum, sein apokalyptisches Temperament ihnzwingt, im Bolschewismus den Antichristen zu sehenund sein Vaterland zu meiden, dessen Seele ihm gefälschtund gemordet scheint. Ist alle Gerechtigkeit, aller Sinn