Band 
I. Theil.
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Einleitung. 5

und der mehresten geologischen Erscheinungen notb-wendig waren.

Die folgende Zusammenstellung wird darthun, dafsdie Veränderungen, welche der bekannte Theilder Erdoberfläche erst in den letzten Viertausend Jahrenerlitten zu haben scheint, für das grol'se Ganze so kleinsind, dafs sie kaum auf specielleren Landcharten sicht-bar angedeutet werden können; dafs Bewohner desMondes sie mit den stärksten unserer bekannten astro-nomischen Werkzeuge kaum wahrnehmen würden;dafs also die Gestalt der Erdoberfläche im Grofsen undim Wesentlichen seit dieser uns Menschen als sehr langerscheinenden, sich in Dunkelheit verlierenden Zeit,so gut als nicht verändert worden ist. In dieser Be-ziehung sagt Johannes Müller schön und wahr:

Das menschliche Geschlecht ist von Gestern,,und öffnet kaum Heute seine Augen der Be-frachtung des Laufes der Natur.

Nur auf die jüngsten eigentlich geologischenEreignisse dürften daher die hier zusammen gereihetenErscheinungen einige Schlufsfolgen gestatten, oder aufsolche, von denen es scheint, dafs sie noch jetzt, we-nigstens in gleicher Art* wenn auch vielleicht nichtin gleicher Gröfse Vorkommen, wie in den früherenZeiten der Erdbildungen, als z. B. das Auswaschender Thäler durch Flüsse, das An häufen vonErdtheilen an den Fl u fs m ün dun gen, einigevulcanische und vielleicht noch einige andere Er?scheinungen. Da hingegen die Bildung ei-gentlicher Flözschichten und anderem fe-sten weit verbreiteten Gebirgslager Wir+kungen vorauszusetzen scheinen , welche entweder inder historischen Zeit auf der Erdfläche nicht mehreingetreten sind, oder vielleicht und das ist wahr-