Band 
I. Theil.
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Einleitung.

t

eamkeit durch grofse sehr grofse Zeiträume, hin-reichend gewesen seyn möchten, die äufseren For-men der Erdoberfläche, und einen bedeutenden Theilder die oberste Rinde bildenden Massen so hervorzu-bringen, und auszubilden, wie man sie jetzt findet?oder ob es wirklich nothwendig ist, aufserdemnochplötzliche, weit verbreitete und aulserordentliche Re-volutionen von einer Art, von welcher in der geschicht-lichen Ueberliefcrung keine Spuren mehr Vorkommen,anzunehmen, um darauf nach der Weise der meistenGeologen Systeme der Erdbildung zu gründen?Systeme, bey welchen man gewöhnlich Sparsamkeitnur übt an den ohne Maas zu Gebote stehenden Zeit-räumen der Vergangenheit, und dagegen die überall inder Natur nach strengen Gesetzen gemessenen und ge-wogenen Kräfte, und ihre nicht minder gemessenenWirkungen mit verwegenen Händen zu steigern bemühtist, und sie ohne Maas vergeudet.

Wir wollen nicht läugnen, dafs, bey den, jetzt er-langten Kenntnissen von den Naturkräften und ihrenWirkungen, es sehr schwer, ja unmöglich ist, mitHülfe derselben alle oder auch nur einen grofsen Theilder sich darbietenden geologischen Erscheinungen zuerklären, oder ihre Ursachen zu ergründen. liebereinen gewissen Punct hinaus wird man noch zur Zeitdamit nicht gelangen, sondern eine Gränze finden,jenseit welcher fast gar keine Anwendung bekannter phy-sischen Gesetze und Thatsachen mehr statt findet, son-dern wo man nur zu Vermuthungen und schwankemden Hypothesen seine Zuflucht nehmen mufs, und dasUnzureichende derselben bald einseheu wird. DieseGränze aber aufzusuchen, das scheint uns das vernunft-gemäfse Ziel zu seyn, welches zu erreichen die Geolo-gen für jetzt streben müssen. Noch ist sie nicht be-