MITTEL!/. U. SCHWARZ. MEER.
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eine ganz natürliche, und der Annahme eines ehe-maligen Durchbruchs gar nicht widersprechende Er-scheinung seyn würde. Das wogende Meer setnt im-mer an einer Seite Sandbänke und Land an, indem esan einer andern zerstört und abreifst, und dieses kannallerdings auch in der Messinischen Meerenge, «elbstnach dem Durchbruche, statt gefunden haben. Ja esfindet auf der Sicilischen Seite, nach gemachten Beo-bachtungen (i) wirklich statt, und so linden wir hierwieder eine Naturerscheinung, aus deren augenschein-lichen Wirkungen ein Mythus — die Ansetzung' vonDämmen und Vorgebirgen durch Orion entstanden ist.Doch genug von dieser Begebenheit, bey welcher wiruns so lange nur um defswillen verweilt haben, umdas Physische vom Historischen recht sorgfältig geson-dert darzustellen, und zu dem Resultate zu gelangen,dafs die Geschichte und Tradition zu unbedeutendund unzureichend sind,' um Muthmafsungen überphysische Gegenstände damit entkräften zu wollen,und dafs hinwiederum physische Ansichten nur höchstbehutsam benutzt werden müssen, um historischeThatsachen zu begründen, weil jene uns oft viel zuweit über Alles, was für uns historisch ist, hinaus-weisen.
Auch von Malta bestehen nicht nur Sagen vom Ab-reifsen ganzer Stücken Landes durch das Meer, sondernauch sichtbare Spuren, in Wegen die gerade auf dasMeer zu führen, und an demselben abgebrochen sind (2).
Von der Insel Aegimurus (dreifsigtausendSchritte nördlich von Carthago) glaubt man, dafs
1 1 Spallanzani a. a. O. — Dureau de la Malle geogr, pliys.de la mev noire, p. 292.
2) Catteau Calleville Tableau de la Mer Baltique, T. 1. p. 186«