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Wo der Rhäticon sich von der Selvretta abzweigt, in der Nähe des Lizner und derhinteren Alp Schlapina, besteht derselbe aus den krystallinischen Schiefern der Selvretta.Diese behaupten sich bis an den Pass, welcher die hohe Madrisa von dem aus Kalkbestehenden Prätigauer Calanda scheidet. Hier wirft sich plötzlich das kristallinischeGebirg nach N. und macht selbst noch eine Einbiegung nach N. W., verschwindet aberdann bei Tshaguns unter den Sedimentgesteinen des Rhälikon und der VorarlbergerGebirge. Die Thäler Garneira, Gargellen, Gampadel und Gauer verlaufen noch darin, sowie südlich Schlapina; St. Antonien dagegen, so wie alle anderen schluchtenartigenThäler, welche vom Rhäticon gegen Prätigau ausgehen, so wie nach N. das Rellslhal,Alvierthal, Gampertton und Samina verlaufen im Sedimentgestein. Im Hintergrund desSt. Antonier Thaies, wo der Plassegger Pass hinüberführt, beginnt der eigentliche Rhäticon,dessen Hauptcharakter in jener steilen Kelle von Kalkfelsen besteht, die mit der Mittel-fluh beginnen. Dann folgt die riesige Sulzfluh, die Drusenfluh u. s. w. (Weissplatten);ihre höchste Erhebung erlangt die Kette in der Scesaplana, worauf sie sich theilt; undauf der Bündner Seite mit den steilen Wänden des Falkniss und Fläschner Berges(Ellhorn) endigt. Jenseits des Illthals aber laufen parallel, dem Relief des kristal-linischen Gebirges folgend und daher im Ganzen W. 0. und S. W. — N. 0. streichenddie Kelten der Vorarlberger und Bairischen Kalkalpen in lang gedehnten Zügen,die man mit Richlhofcn als Erhebungswellen bezeichnen kann und die sich allmähligerniedrigen und verflachen, je weiter sic sich von dem krystallinischen Centralgebirgentfernen. Ihre Gesteine gehören zunächst den Trias- und Liasgebilden an wie der Rhä-ticon selbst, an dessen westlichem Ende jedoch, wo sich zwei Erhebungen schneiden,die Juraformationen und überhaupt complicirtere Verhältnisse auf treten.
Eine zweite Seitenverzweigung des Selvrcltagebirgs ist das vielgetheilte Gebirgssystem,welches sich zwischen Landquart, Rhein, Davoser Landwasser und Albula ausdehnt. Mankann es in drei Gruppen trennen: Hochwang, Plessurgebirg und Faulhornkette. Der gemein-schaftliche Ursprung liegt an der Passhöhe zwischen Prätigau und Davos. Hier schiebt sichvon der Gegend aus, wo die Selvretta mit dem Flüelagebirg zusammentrifft, ein hoher,zum Theil Gletscher tragender Gcbirgsstock, die Pischaliörner nach Westen vor. Erbesteht aus Gneiss und Ilornblendeschicfcr, auf der Passlücke aber begegnen wir schonSedimentgesteinen, welche im Verein mit Lappen von kryslallinischem Gestein undmächtigen Serpentinmassen der Todtenalp, an dieser und der Prätigauer Casanna einenKnotenpunkt bilden, wo sich die Hochwangkelte von den Bergen des Strelapasses unddem Plessurgebirg trennt.
Die Hochwangkette, welche an den Casannahörnern beginnt, ist ein langer, ziemlich