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Die Rauchhexe : Heiteres und Ernstes vom Tabak und der Cigarre, alten und jungen Gliedern des Raucherordens gewidmet / von J. V. Strebel
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Vorwort

Die „Rauchhexe" schickt sich zu einem zweiten Ausflug an.Ich habe den werthen Lesern, die sie eines aufmerksamen Blickeswürdigten oder noch würdigen sollten, in der.Kürze Aufschluß überderen Namen und Zweck, so wie über ihr bisheriges Geschickzu geben. Der Name kam mir über dem Vortrag eines gelehrtenAlterthumsforschers aus der Philologenversammlung in Stuttgart im Jahr 1856. Nachdem derselbe gezeigt, wie die alten Griechenvon allem Verdachte des Tabakrauchens frei zu sprechen, (werkönnte sich auch einen Homer oder Phidias, Sophokles oder Platomit der Pfeife denken? —) die alten Römer aber gegen neuereVerdächtigung wenigstens von der Instanz zu entbinden seien, zeigteer, wie das Tabakrauchen ohne allen geschichtlichen Zusammenhangmit der Vorzeit im 17. Jahrhundert auf einmal im Abendlandund unserem deutschen Volke eingedrungen sei. Es springe unver-mittelt herein, nicht, wie nach der griechischen Götterlehre die Göttinder Weisheit aus dem Haupt eines Gottes, sondern eher, wie eineHexe aus dem Abgrunde, die mit ihrem infernalen Rauch alleserfülle. — Allgemeine Heiterkeit belohnte den Redner; mir hatteer das Wort für die lang bewegte Sache gegeben. In der Thathat der Tabak und sein Verbrauch durch Schnupfen, Kauen undbesonders Rauchen etwas so Eigenthümliches, Wunderliches, Unver-mitteltes, Widerspruchsvolles und dabei Gewaltiges, daß man wohlversucht sein könnte, an eine Art Bezanberung zu denken, wie sieder Aberglaube sonst den Hexen zugeschrieben hat und trotz allerAufklärung da und dort noch zuschreibt.

Kann man sich auch etwas Seltsameres denken, als die Ver-breitung des Tabakrauchens aus der Erde? — „Der Rauchgenuß",sagt Hufeland, der (beiläufig bemerkt) selbst ein eifriger Raucher'gewesen, „ist einer der unbegreiflichsten. Etwas Unkörperliches,Schmutziges, Beißendes, Uebelriechendes kann ein solcher Lebensgenuß,ja ein solches Lebensbedürfniß werden, daß es Menschen gibt, die