Buch 
Geschichte des Tabaks und anderer ähnlicher Genussmittel / von Friedrich Tiedemann
Entstehung
Seite
234
JPEG-Download
 

234

welche sich keine Hucka, selbst nicht in der einfachsten Form,aus einer ausgehöhlten Kokosnuß und einem darauf befestigtenthönernen Pfeifenkopf bestehend, anschaffen können, helfen sichdamit, daß sie in feuchten Lehmboden ein Loch graben, wel-ches als Pfeifenkopf dient, und zu dem unter dem Bodeneine Röhre geht, in die ein Rohrstengel eingebracht wird,durch den man den Rauch einzieht.

In Indien ist auch an vielen Orten das Tabak-Schnupfenüblich. Die Bewohner Nepauls bedienen sich nach Hof-meister zum Schnupfen der gepulverten Rinde eines dunkel-roth blühenden Rhododendrums.

8) Tabak in den Ländern Hinderindiens.

Der Gebrauch des Tabaks hat sich seit dem Anfang dessiebenzehnten Jahrhunderts schnell über alle Länder Hinter-indiens, Asam, Siam, Birma, die Halbinsel Malacca , Anam,Cambodia, Cochinchina und Tonking verbreitet. WilliamMethold '), der Präsident der Ostindischen Compagnie, derim Jahr 1619 Aracan und Pegu besuchte, gibt an, daß dieEinwohner seit einigen Jahren angefangen hätten Tabakzu rauchen, auch werde bereits in einigen Gegenden Tabakgebaut, der aber nicht so gut sei als der in England ge-bräuchliche, weil man ihn nicht zu behandeln verstehe.

In Siam ist lener Gebrauch ebenfalls längst herrschend,wie schon De la Loubere^) anführt, der sich daselbst imJahr 1687 als Französischer Gesandter aufhielt. Sogar dieFrauen der höheren Stände fanden daran ebenso großen

') l'r.Tvels p. 27.

2) vn No/sume äv Siam. ^msteräsm 1691. 8. 7. 2. p. 95.