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Geschichte des Tabaks und anderer ähnlicher Genussmittel / von Friedrich Tiedemann
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sich, das einem Pulverhorn gleicht und in der Brusttaschedes Oberklcides getragen wird. Aus der engen Oeffnung desHorns schütten sie sehr vorsichtig etwas Tabak aus den Nageleines Daumens, den sie sogleich zur Nase bringen. Sie liebenden Schnupftabak sehr scharf und vermischen ihn daher mitder alkalischen Asche von Birken- und Eschen-Schwammen(HIMAN 08tjali, cknolmin). Haben sie die Nase mit demPulver gefüllt, so verstopfen sie die Nasenlöcher mit geschab-tem Weidenbast. Durch den scharfen Tabak wird das ganzeAntlitz heftig gereizt und in Entzündung versetzt, was gegendie große Kalte schützt, so daß ihnen selten ein Theil deSAntlitzes erfriert. Es herrscht bei ihnen ein sonderbarerAberglauben über das Niesen. Will ein Ostiak auf dieJagd gehen, so wünscht er am Abend zuvor zu niesen, waser für eine gute Vorbedeutung halt. Kommt ihm aber andemselben Morgen, an dem er sich zur Jagd begibt, dasNiesen an, so bemüht er sich es zu unterdrücken, weil er esfür die Vorbedeutung einer schlechten Jagd hält. Muß erwirklich niesen, so geht nichts über seinen Verdruß und ersteht gleich von seinem Vorhaben ab. Nach Erman *)haben die Ostlaken auch den Gebrauch, den Todten einePfeife und Tabak mit ins Grab zu geben, gleich vielenVölkerschaften Nordamerika's .

Die weiter südlich zwischen dem Ob und Jrtisch, und nörd-lich vom Maischen Gebirge im Omskischen und TaraischenKreise, in der nach ihnen benannten Steppe nomadisirendenBarabinzcn, ein Turkstamm, sind, wie Georgi?) berichtet,ohne Ausnahme des Geschlechts und Alters, eifrige Tabak-

') a. a. O. B. I.S. 677.

2 ) Die Völker Rußlands . B. I. S, I9S.