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Geschichte des Tabaks und anderer ähnlicher Genussmittel / von Friedrich Tiedemann
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der deutschen Frauen sei es gesagt, daß diese Mode bei ihnennoch keinen Eingang gefunden hat, und hoffentlich auch nie-mals finden wird. Hin und wieder nur sieht man in Holstein,im Herzogthum Bremen, in der Lüneburgrr Haide und inWestphalen ein altes, lebenssattes Mütterchen am Feuerherdein Pfeifchen zur Vertreibung der Langeweile schmauchen.Wohl aber wendet sich das schöne Geschlecht vielfältig, wennes aufgehört hat, ich will nicht sagen liebenswürdig, dochreizend zu sein, und den Ansprüchen auf die Huldigungender Männer entsagt hat, zur Schnupftabaks -Dose, der es imGeheim, oder über Vorurtheile sich wegsetzend, auch öffent-lich zuspricht.

Sehr wahr sagt Hufeland '): Der Rauchgenuß isteiner der unbgreiflichsten. Etwas «»körperliches, schmutziges,beißendes, übelriechendes, kann ein solcher Lebensgenuß, jaein solches Lebens-Bedürsniß werden, daß es Menschen gibt,die nicht eher munter, vergnügt und lebensfroh werden, ja,die nicht eher denken und arbeiten können, als bis sie Rauchdurch Mund und Nase ziehen.

Untersuchen wir nun, worin der Reiz und das Wohlge-fallen an dem Einziehen des Rauchs eines Krauts begrün-det sein mag, welches anfänglich einen so höchst unangeneh-men und widrigen Eindruck auf den Sinn des Geruchs undGeschmacks macht, zugleich zum Husten reizt, das Athmenerschwert, das Nervensystem aufregt, den Kopf einnimmt,und meistens Schwindel, Betäubung, Eckel, Uebelkeit, ja oftErbrechen und Durchfall verursacht. Mit dem Rauchen ver-bundene angenehme Sensationen waren es daher gewiß nicht,welche die Spanischen Eroberer und die ersten Ansiedler in

>) Makroblotlk, Jena l798 S. I SL.