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Geschichte des Tabaks und anderer ähnlicher Genussmittel / von Friedrich Tiedemann
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den Ländern der neuen Welt bewogen haben, das Tabak-rauchen von den Indianern anzunehmen. Zunächst wurdensie hiezu wohl durch den dem Menschen inwohnenden Triebbestimmt. Neues, Ungewöhnliches und Seltsames nachzuahmen,zu versuchen und besten Wirkungen zu prüfen. Zugleich moch-ten Manche dem Gebrauche geheimnißvolle wohlthätige Wir-kungen zuschreiben, da sie die Indianer demselben so sehrergeben sahen. Das Einziehen des narkotischen Rauchs ver-setzte in eine gewiße Aufregung, und gewährte bald Beschäf-tigung und Unterhaltung in müßigen Stunden. So dientees zum Zeitvertreib und ließ die Raucher die mancherlei Ent-behrungen, Beschwerden und Mühseligkeiten vergeßen, diemit dem neuen Aufenthalte verbunden waren. Viele hieltendas Rauchen zugleich für ein gutes Mittel die Gesundheitzu erhalten und sich gegen Krankheiten zu schützen. Sowurde das Tabakrauchen jenen Europäern zur Gewohnheitund ließ sie die ersten unangenehmen Wirkungen schnell ver-geßen

Die an das Rauchen gewohnten und demselben sehr er-gebenen Ansiedler, welche Francis Drake aus Virginienins Vaterland zurückführte, behielten die angenommene Ge-wohnheit bei, wodurch sie großes Aufsehen machten und all-gemeines Erstaunen erregten. Es konnte nicht fehlen, daßsich bald Leute fanden, welche den seltsamen Gebrauch nach-ahmten und in demselben ein Mittel suchten, die Blicke unddie Bewunderung der Menschen auf sich zu ziehen. Sowurde das Tabakrauchen zu einer Art Mode, wie ja alleModen in Kleidungen, im Schnitt und in der Dreßur derKopf- und Barthaare, sowie im Gebrauch mancherlei Ge-räthschaften zunächst aus dem Gelüste und dem Streben derMenschen entspringen, durch etwas Neues und Ungewöhn-