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Geschichte des Tabaks und anderer ähnlicher Genussmittel / von Friedrich Tiedemann
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liches Aufsehen zu erregen, und sich bemerkbar zu machenDie sonderbare Mode fand schnell viele Nachahmer und ver-breitete sich im ganzen britischen Reiche. Zunge Engländer,die in Leiden ihre Studien machten, brachten die Mode nachHolland . Englische und Holländische Truppen führten siewährend des dreißigjährigen Kriegs in Deutschland ein. Undso ist das Tabakrauchen nach und nach durch Seefahrer undHandelsleute in die Länder aller Welttheile verbreitet wor-den. Die nächste Ursache seiner raschen Verbreitung ist kei-neswegs in angenehmen Empfindungen und in einem wah-ren Sinnes-Genuß begründet, sondern vielmehr in dem Hangeder Menschen, Neues, Ungewöhnliches und Seltsames nach-zuahmen, was Aufsehen macht und Staunen erregt. DerTrieb des Nachahmens ist es, der selbst zuweilen Affenverleitet, Tabak zu rauchen. So sah ich vor einigen Jah-ren in der Menagerie van Akens einen männlichen Pavian,der aus einer ihm gereichten brennenden Pfeife mit großemEifer, und wie es schien, nicht ohne Wohlgefallen rauchte.

In dem Gelüste des Nachahmens und Aufsehenmachens,im Streben die Blicke anderer auf sich zu lenken, ist ohn-streilig der Hauptbeweggrund zu suchen, welcher junge Leute,angehende Studenten, Lehrlinge, Rekruten und Schiffsjungenzunächst antreibt das Tabakrauchen zu lernen, wodurch siezugleich auch ein reiferes Aussehen zu erlangen wähnen, undwas sie die mit demselben verbundenen ersten, höchst unan-genehmen Wirkungen überwinden läßt. Sehr wahr sagtGeorg Förster'): der allgemeine Gebrauch des widerlichenund giftigen Tabaks, den wir wegen seiner vermeinten Heil-

') Ueber Leckereien, in den kleinen Schriften. Th. I. Leipzig NS9S. 382.