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Geschichte des Tabaks und anderer ähnlicher Genussmittel / von Friedrich Tiedemann
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290
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Anziehung aus, daß es Beschäftigung und Unterhaltung ge-wahrt, in eine gewiße Thätigkeit, Spannung und in einenZustand von angenehmer Aufregung versetzt, ohne mit eigent-licher Anstrengung verbunden zu sein, und Ermüdung undAbspannung zur Folge zu haben. Das Bestreben, sich ineinen Zustand von angenehmer Aufregung und heiteren Stim-mung zu versetzen, äußert sich bei allen Völkern der Erde,und zu diesem Zwecke haben sowohl die cultivirtesten wie dierohsten Nationen mancherlei Werauschungsmittel erfunden.Außer den sehr zahlreichen und höchst mannigfaltigen geisti-gen Getränken gehört dahin das bei den Asiaten üblicheOpium, und der Rauschpfeffer bei den Bewohnern der Süd-see, l Zu den aufregenden Getränken ist ferner der Kaffeeund der Thee zu zählen. Das Tabakrauchen hat aber vorallen jenen Sinnes-Gcnüßen und Aufregungungsmitteln dasvoraus, daß es nicht gleich diesen eine baldige Ueberreizung,eine Abnahme und Abstumpfung der Empfänglichkeit nachsich zieht und Abneigung zur Folge hat. Niemand kannlange Zeit berauschende Getränke oder Opium zu sich neh-men, eine große Menge Kaffee oder Thee trinken, ohne sichübersättigt und unwohl zu fühlen. Dagegen gibt es Men-schen, welche im Tabakrauchen ganz unermüdlich sind, dasihnen zu jeder Tageszeit, vom Morgen bis zum Abend an-genehm ist, und selbst im höchsten Alter noch ein Genußmittelabgibt, wenn die Neigung zu Speisen und Getränken abgenom-men hat. Unter allen künstlichen Reizmitteln endlich, welcheder Mensch in seinem Hange zum Genuße erfunden hat, wirktdas Tabakrauchen am wenigsten nachtheilig auf die Gesundheit.

Im Allgemeinen sind dem Tabakrauchen vorzüglichgemüthliche, kontemplative, in stiller Zurückgezogenheit undEinsamkeit lebende und geistig beschäftigte Menschen zuge-