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Geschichte des Tabaks und anderer ähnlicher Genussmittel / von Friedrich Tiedemann
Entstehung
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306
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behandelt, welcher das schwefelsaure Salz der neuen Basisauflöste. Nach Vermischung mit etwas Wasser und Abdestil-liren des Alkohols, wurde dasselbe durch Destillation mitKalkhydrat zersetzt. Die übergegangene Flüssigkeit, welchenun die neue Basis enthielt, wurde mit Aether geschüttelt,welcher sie auszog, worauf das Wasser in die Retorte zurück-gebracht und von Neuem destillirt wurde. Aus dem Destillatwurde die Basis abermals mit Aether ausgezogen, dasselbedann wieder zurückgegoßen und umdestillirt, und dies so oftwiederholt, bis der Rückstand in der Retorte allen scharfenGeschmack verloren hatte, und nur noch rein herbe schmeckte.Der Aether ließ stets noch etwas Nicotin im Wasser zurück,und dies konnte durch Sättigung mit einer Säure und Ab-dampfen als Salz noch gewonnen werden. Die Aetherlö-sung enthielt Nicotin, Ammoniak und Wasser. Zur Entfer-nung des letzteren wurde die Lösung mit gepulvertem Chlor-calium geschüttelt, davon abgegoßen und im Marienbad ab-destillirt, wobei zuerst der Aether und darauf das Ammoniakverflüchtigt wurde, und in der Retorte wasserfreies, rothbraungefärbtes Nicotin zurückblieb. In einem Bade aus Chlor-calcium -Lösung konnte es alsdann destillirt und farblos er-halten werden, wiewohl es dabei etwas zersetzt wurde.

Nach Posselt und Reimann hat das Nicotin im rei-nen Zustande folgende Eigenschaften: es ist waßerhell undverbreitet einen unangenehmen, scharfen und stechenden Ge-ruch, dem des Tabak-RauchS ähnlich, welcher sich bei der Er-wärmung noch vermehrt. Sein Geschmack ist brennend scharfund lange anhaltend. Es erstarrt nicht bei 6" Kälte; imWasser sinkt es unter; es reagirt alkalisch, selbst auf Cur-cuma und Rhabarber. Im Papier macht es Fett-Flecken.In eine Retorte gebracht fängt es bei einer Erhitzung von