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Geschichte des Tabaks und anderer ähnlicher Genussmittel / von Friedrich Tiedemann
Entstehung
Seite
310
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Melsens*) hat das Nicotin auch im Rauch des Tabaksnachgewiesen, indem er 4'/? Kilogramm Virginischen Tabakverbrannte und den Rauch durch eine Flasche leitete, die sauresWasser enthielt. Die gesammelten Produkte behandelte ermit Schwefelsaure, concentrirte die Lösung, setzte dann Kali-hydrat hinzu, ließ Ammoniak davon abdunsten und löste dieabgeschiedene, ölähnliche, braune Basis in Aether auf. Hier-auf reinigte er sie durch Rectification über Kalihydrat, durchBehandlung mit Kalium und durch eine neue Destillation.Auf solche Weise erhielt er von obiger Quantität Tabak 30Grammen Nicotin. Diese fand er zusammengesetzt aus 74,3Kohlenstoff, 8,8 Wasserstoff und 17,3 Stickstoff, wornach erim Nicotin 10 Aequivalent Kohlenstoff, 7 Aequivalent Was-serstoff und 1 Aequivalent Stickstoff annimmt, mithin 1 Aequi-valent Wasserstoff weniger als nach Ortigosa's und Bar-ral's Analysen im Nicotin enthalten sein sollen. .

Aus obigen Untersuchungen erhellet, daß der Tabak eineeigenthümliche, flüchtige, stickstoffhaltige und sauerstofffreie orga-nische Salzbasis, das Nicotin, enthalt. Die einfachste undbeste Berfahrungs-Weise seiner Darstellung ist, daß manTabakdampf in mit Schwefelsäure ausgesäuertes Wasserleitet, das gebildete schwefelsaure Nicotin mit einem starkenAlkali zersetzt und das freigewordene Nicotin abdestillirt. Dasreine Nicolin zeigt folgende Eigenschaften: Es ist eine durch-sichtige, farblose, ölartige, flüßige Substanz, die mit der Zeiteine gelbliche Farbe annimmt, und durch Absorption vonSauerstoff braun und dickflüßig wird. Der Geruch ist scharf,tabakartig, der Geschmack beißend und brennend. Es ver-flüchtigt sich bei 250 Grad Wärme und hinterläßt einen koh-

^nvsles äs kiiimie et cie kb^si<ine. 7roisivine Serie 7. S. x. 465.