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Der im Jahr 1850 bei den Belgischen Gerichten verhan-delte, bekannte Vergiftungs-Proceß Bocarme's, der sogroßes Aufsehen erregte, hat die Veranlassung zu vielenVersuchen gegeben, welche mit dem Nicotin an lebendenThieren angestellt worden sind. Der ausgezeichnete Chemi-ker I. S. Stas in Brüßel war in jenem Proceß mit denlegalen chemischen Untersuchungen beauftragt, und war soglücklich das Nicotin in dem Leichnam des vergifteten Fou-gnie's nachzuweisen. Das dabei beobachtete Verfahren hater ausführlich beschrieben *). Zugleich hat er nicht verab-säumt, einige Versuche an Hunden anzustellen, um die Wir-kungen jenes fürchterlichen Gifts zu erforschen.
Auf die Zunge zweier Hunde brachte er mittelst einerPipette einige Tropfen Nicotins. Kaum hatte das Gift dieZunge berührt, so nahm sie eine violette Färbung an. DieThiere bewegten sich lebhaft, bemühten sich das Nicotinauszustoßen und fielen dann plötzlich auf die rechte Seitenieder, worauf heftige tetanische Convulsionen eintraten. DerKopf und der Hals wurden stark gegen den Rücken gekrümmt,die Gliedmaßen und der Schwanz waren abwechselnd baldgestreckt, bald gebogen. Harn und Exkremente wurden un-willkührlich ausgeleert. Die Pupillen waren sehr erweitert,so daß die Iris nur als ein ganz schmaler Ring erschien.Die Convulsionen wurden immer heftiger. Plötzlich strecktendie Thiere die Gliedmaßen stark aus und starben. Aus demMunde floß viel Heller fadenziehender Speichel aus. Zwi-
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