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Geschichte des Tabaks und anderer ähnlicher Genussmittel / von Friedrich Tiedemann
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Einbringung schrie sie laut auf, wurde von Schwindel be-fallen und verschied kurze Zeit darauf. Dr. Grahl') hat einenähnlichen Fall beobachtet. Ein 24 Jahr altes Mädchen hattesich gegen Unterleibs-Beschwerden von einer Frau ein Klystiervon 2 bis 3 Loth Tabakblättern setzen lassen, worauf nachzwei Minuten heftige Eonvulsionen mit starkem Röcheln ein-traten und die Kranke schon nach drei Viertelstunden starb.Und so sind ähnliche Beobachtungen noch von Bertini?)und Anderen mitgetheilt.

Daß das Nicotin für den Menschen eins der heftigstenGifte ist, das hat in neuester Zeit die vom Grafen Bocarmeverübte Schandthat bewiesen.

Nach den über die Wirkungen des Tabaks mitgetheiltenBeobachtungen ist seine Benutzung in der Heilkunde unläug-bar mit großer Gefahr verbunden, daher sehr zu beschränken,und jeden Falls mit aller Vorsicht anzuwenden. Bald nachseiner Einführung in Europa wurde er, wie bekannt, vonvielen Aerzten als eine Panacee gepriesen und in mancherleiFormen der Zubereitung, als Pulver, Aufguß, Abkochung,Ertract, Pillen, Tinctur, Syrup , Del und Salz in mancher-lei Krankheiten verordnet. Am häufigsten wurden seine ver-schiedene Präparate als harntreibende Mittel in Wassersüchtenund bei Harn-Verhaltung benutzt. Vorzüglich war es Fow-ler*), der seine Wirkungen sehr rühmte.

>) Huseland's Journal B. 7l. St. 4. S. 100. 1826.

') Froriep. Neue Notizen 1846. Juni. S. 240.

') 1°de LUInburAk bleUical snä Surxicnl Journal IV S. p. 159 3ouro»I6e Obimie mockicale IV 3. p. 23. 1827. vee. p. S92.

Illeäiosl llexorto of rde elkects ok padacoo piiiicipallx vitkreKgrck to its äiurotio gnalit^ in tde kure ok vropsies snü l>)^-surie». I.oo6on 1785. 8. Sammlung auserlesener Abhandlungenfür praktische Aerzte. B. 11. S. 335.