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Geschichte des Tabaks und anderer ähnlicher Genussmittel / von Friedrich Tiedemann
Entstehung
Seite
368
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LS8

dunkelbraunem oder schwärzlichem Tabak, der sehr viel Ni-kotin enthält und aufregender wirkt.

Das Rauchen von Cigarren, was in neuester Zeit so all-gemein geworden ist, und die Tabakpfeifen fast verdrängthat, verursacht heftigere Wirkungen als das Rauchen aus Pfei-fen; denn der heiße Dampf und das beim Verbrennen desTabaks erzeugte Wasser und empyreumatische Del, welcheNikotin enthalten, gelangen hier unmittelbar in die Mund-höhle. Mit dem Speichel vermischt werden sie eingesaugtund gehen in das Blut über. Das Rauchen von Cigarrenbewirkt daher leicht Schwindel, Uebelkeit, Ausstößen, Schluch-zen und selbst zuweilen Erbrechen. Der scharfe Rauch derCigarren greift auch die Augen an, reizt die Bindehaut, ver-ursacht vermehrte Absonderung der Thränen und schwächtdas Sehvermögen. Beim Lesen und Schreiben ist das Ci-garren-Rauchen ganz zu vermeiden. In jeder Hinsicht ver-dient das Rauchen aus Pfeifen den Vorzug, wenn dabei fol-gende Vorschriften beobachtet werden.

1) Die Pfeifenköpfe müssen aus Meerschaum oder Holzbestehen, welche sich beim Verbrennen des Tabaks nicht sehrerwärmen, und den Rauch nicht zu warm in die Mundhöhlegelangen lassen. Aus Porcellan oder Metall verfertigte Pfei-fenköpfe sind schädlich, weil sie sich sehr erhitzen, und derheiße Rauch eine heftigere Neizung in der Zunge und derSchleimhaut des Munds verursacht. Die Pfeifenköpfe müssenferner mäßig groß sein. Viel Tabak fassende Pfeifen unter-halten eine zu lange andauernde Neizung.

2) Man bediene sich langer, hölzernen Pfeifenrohre, indenen sich der Rauch gehörig abkühlt, und das empyreuma-tische Del abgesetzt und eingesaugt wird. Die Rohre müssenöfters gereinigt oder erneuert werden.