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Geschichte des Tabaks und anderer ähnlicher Genussmittel / von Friedrich Tiedemann
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Bei der fortdauernden Entziehung des fruchtbarsten Bo-dens zur Erzielung von Eerealien und Hülsenfrüchten, theilsdurch die immer mehr sich verbreitende Cultur von Tabakund Runkelrüben, zur Produktion von Luxus-Artikeln, welcheDeulschland ehemals aus anderen Welttheilen bezog, theilsdurch die Anlegung neuer Eisenbahnen zur Beförderungdes Verkehrs und Handels, lauft Deutschland Gefahr, sichder für die zunehmende Bevölkerung nöthigen Subsistenz-mittel immer mehr zu berauben. Notorisch ist es, daß wäh-rend der letzten zwanzig Jahre mit der größeren AusbreitungdeS Anbaus des Tabaks und der Runkelrüben, und der An-legung von Eisenbahnen, die Preise des Getreides fortdauerndim Steigen begriffen sind.

Die nachtheiligen Folgen der Vertheuerung guter Nah-rungsmittel treffen vorzüglich die unteren Volksklassen, dieTagelöhner und Handwerker. An der dadurch hervorgebrach-ten und immer mehr wachsenden Verarmung und derzunehmenden Noth der unteren Volksklassen, die wohl nichtin Zweifel gezogen werden können, hat mittelbar auch dieAblösung der Zehnten einen großen Antheil. Im Besitz derZehnten waren, wie bekannt, vorzüglich die Regierungen,Kirchen, Schulen und milden Stiftungen, sowie der höhereAdel und die großen Capitalien. Diese haben das Zehnt-ablösungs-Capital meistens zum Ankauf von Grund undBoden verwendet, und viele verschuldete Landleute fandensich bereit ihre Ländereien zu verkaufen. In den Besitz jenergelangen auch vorzüglich die Ländereien derer, welche jähr-lich in der Zahl von vielen Tausenden, und mit jedem Jahrzahlreicher, Deutschland verlassen, um in einem anderenWelttheil eine neue Heimath zu suchen. Auf solche Weiseist ein sehr großer Theil des Grund und Bodens in den

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