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Geschichte des Tabaks und anderer ähnlicher Genussmittel / von Friedrich Tiedemann
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Volksklassen noch immer mehr wachsen, und die Neigungund der Trieb so vieler fleißigen Bewohner Deutschlands zurAuswanderung in Lander anderer Welttheile wird fortbestehenund noch mit jedem Jahre zunehmen. Arbeitsamen Aus-wanderern eröffnen jene Lander wenigstens die Aussicht, sichdie nothwendigsten Nahrungsmittel und Lebens-Bedürfnisseleichter zu verschaffen, als unter den gegenwärtigen Verhält-nissen in Deutschland .

Die in den letzten dreißig Zähren immer mehr zuneh-mende Consumtion deS Tabaks hat jedoch auch, was wirnicht verschweigen wollen, einen günstigen Einfluß auf dieIndustrie und manche Gewerbe gehabt. Mit jedem Jahrehat sich die Zahl der Rauchtabak- Cigarren- und Schnupf-tabak-Fabriken vermehrt. Viele Tausend Menschen finden inihnen Beschäftigung und Unterhalt. In der ehemaligenRheinpfalz bestanden im Jahr 1824 nur gegen 16 Tabak-Fabriken, die kümmerlich ihr Dasein fristeten, und geringeSorten Rauch- und Schnupftabak fabricirten, deren Absatzauf die Pfalz beschränkt war. Im Jahr 1844 dagegen warihre Zahl bereits auf 26 gestiegen, und im Jahr 1852 be-trug die Zahl der Tabak- und Cigarren-Fabriken über 60,in Mannheim allein gegen 20, in denen mehrere HundertMenschen beschäftigt sind. Gegenwärtig befinden sich solcheFabriken in allen deutschen Ländern, fast in jeder Stadt, welchesehr gute Geschäfte machen. Im Großherzogthum Hessenzählte man im Jahr 1850 nicht weniger als 51 größere undkleinere Tabakfabriken, namentlich in Lffenbach, Gießen , Als-feld, Bingen und Worms. In Berlin allein sollen sich imJahr 1852 494 Tabak-Fabriken und Tabakhandlungen be-funden haben. In Frankfurt , welches nach der letzten Zäh-lung eine Bevölkerung von 62,511 Einwohnern und eine