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Geschichte des Tabaks und anderer ähnlicher Genussmittel / von Friedrich Tiedemann
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413
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sam, beschwerlich und seufzend. Der Puls ist selten, weich,klein und langsam, und man zahlt nicht sechzig Schlage inder Minute. Ein angehender Opium-Raucher ist nicht imStande täglich mehr als 5 bis 6 Gran Tschandu zu ver-brauchen, während daran gewöhnte Raucher 2 bis 300 Granconsumiren können.

Das Opiumrauchen muß ein sehr verführerischer wol-lüstiger Genuß sein. Ein englischer Arzt, der die Neugierdehatte, die Wirkung des Rauchens an sich selbst zu versuchen,äußert sich darüber also: ich muß gestehen, daß ich keines-wegs über die Gier der Chinesen erstaunt bin, womit die anden Gebrauch Gewöhnten sich nach diesem Genuß sehnen.Nur so ist es begreiflich, wie sich dieser verderbliche Gebrauchdurch das ganze Chinesische Reich, sowohl bei den höherenals niederen Ständen verbreitet hat. Selbst liederliche Weibs-personen rauchen Opium. Die Mandarinen und Vornehmenüberlassen sich demselben nur insgeheim in ihren Wohnun-gen, während ihm die ärmeren Klassen in den zu diesemZwecke errichteten schmutzigen Buden fröhnen. Der Gebrauchist sogar in die innersten Gemächer des kaiserlichen Pallasteszu Peking eingedrungen. Selbst der letzte Kaiser von China ,Tao-Keang, (das Licht der Vernunft), war eine Zeit langdem Lpiumrauchen sehr ergeben, bis er sich von dessen nach-theiligen Folgen überzeugte, und es ihm durch die Kraftdes Willens gelang, dem Laster zu entsagen. Seitdem ver-folgte er es mit großer Strenge, und verhängte schwere Stra-fen über die Raucher, Einführer, Verkäufer und alle dieje-nigen, welche sich mit dem Opium-Handel befaßten. Wasman auch immer zu Gunsten dieses Handels, und gegen diePolitik und die Gesetzgebung der Chinesischen Regierung vor-bringen mag, es kann nicht in Zweifel gezogen werden, daß