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Geschichte des Tabaks und anderer ähnlicher Genussmittel / von Friedrich Tiedemann
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sie stets nur die Wohlfahrt der Unterthanen vor Augen hat,und ein Laster auszurotten bedacht ist, welches das Leben,den Geist und die sittliche Würde des Chinesischen Volks zuzerstören droht. Die nichtswürdigen und feilen ChinesischenBeamten dagegen handeln nach eigennützigen und geldgierigenMotiven. Es ist eine notorische Thatsache, daß viele, ja diemeisten der zur Verhütung der Einfuhr und des Einschmugg-lens des Opiums bestellten Beamten leidenschaftliche Lpium-raucher sind, den Händlern und Contrebandiers durch dieFinger sehen, und sich von ihnen durch Opium und klingendeMünze bestechen lasten. Und so wird ohnerachtet der ver-hängten schweren Strafen fortdauernd Opium geraucht.

Doctor Hill erzählt, daß die chinesischen Soldaten, welchedie Mannschaft der an den Küsten gescheiterten englischenFregatte Sunda nach Kanton zu eskortiren hatten, am TageTabak rauchten, und Abends sich durch die Opium-Pfeifeberauschten. Auch sah er in allen Städten und Dörfern,welche er paßirte, Buden, in denen Opium geraucht wurde.Und so ist in China der Hang zum Opiumrauchen so all-gemein und unwiderstehlich geworden, daß ihn die Gesetz-gebung bis jetzt nicht zu unterdrücken im Stande war.

Die Ursachen der Verbreitung des Opiumrauchens unterden Chinesen sind vorzüglich ihr großer Hang zur Geselligkeit,Ueppigkeit und Wollust, indem es das Gefühl des behag-lichsten Wohlseins, der Unbekümmertheit und Sorglosigkeiterweckt, und einen Sinnenrausch verursacht. Viele rauchenOpium bei schmerzhaften und unheilbaren Krankheiten, beigeistigen Leiden, großem Kummer und Unglücksfällen, besondersbei fehlgeschlagenen Handels-Spekulationen, und bei andernCalamitäten. Man bedient sich des Opiums zuweilen auchzum Selbstmorde. Durch das Rauchen jedoch, selbst in starken