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Geschichte des Tabaks und anderer ähnlicher Genussmittel / von Friedrich Tiedemann
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Coca wird ebenfalls um Cuzco, im Thale Santa Anna , so-wie in Caravailhas und Carabaya gebaut. Pöppig sah denStrauch nirgends wild wachsen, doch vermuthet er, daß der-selbe in der Umgegend von Cuchero, namentlich am Cerrode Sän Christobal vorkommen möge.

Der Coca-Strauch wird in den Pflanzungen aus Samengezogen, und die anderthalb Fuß hohen Pflanzen werdenwährend der Regenzeit in Reihen gesetzt. Im zweiten Jahrpflückt man zuerst Blatter, und dies wird zwei- bis dreimalim Jahre wiederholt. Die Blatter werden in der Sonnegetrocknet und in Magazinen aufbewahrt. Aus diesen wer-den sie in Packen (Sistos) versendet.

Für alle Indianer Peru's und Bolivia's hat das Kauender Coca-Blätter einen sehr großen Reiz und es ist ihnenzum wahren Bedürfniß geworden. Kein Indianer beginnteine Arbeit, bevor er nicht eine Portion Coca gekaut hat.Sind sie müßig, so liegen sie im Schatten eines Baumesausgestreckt, um diesem Genusse zu fröhnen. Vorzüglich sindihm die Arbeiter in den Bergwerken, sowie die Botengänger,Chasquis oder Chasqueros, die Lastträger und die Maul-thiertreiber ergeben. Während des Tages genießen siemeistens keine andere Speise, als geröstete Maiskörner, da-gegen machen sie oft eine Pause, um Coca zu kauen (cwguoar).Bei diesem Genuß können sie alle Anstrengungen, Entbeh-rungen und Strapatzen ertragen, große Strecken laufendzurücklegen, und schwere Lasten an den steilen Berg-Abhängentragen, ohne zu ermüden. Die Coca hat auch bei vielenIndianern O.uito's, Pasto's, Popayan's und Cauca's Einganggefunden. Die Bewohner Chile's und der La Plata Staa-ten jedoch haben den Gebrauch nicht angenommen.

Jeder Indianer Peru's und Bolivia's führt einen kleinen