272 Styprische Salze.
Schwefel besteht, der Schwefel aber aus einer Säure undeiner entzündlichen Erde, und nun die Lust den Schwefelzerstöret; so verläßt das saure Salz des Schwefels seineErde, und greift das Eisen an, und macht damit den Vi,triol. Ob aber in solchen Kiesen eine Vitriolescirung vor-geht, erkennt man daran, wenn sie in der Lust aufschwellenund zerfallen, worauf sie denn bald mir Vitriol in Gestaltder Haare, Federn, auch Cristallen, wie mit Moos be-schlagen: welcher Vitriol sodann nur mit Wasser ausgelau-get und durch die Verdünstung cristallisirt werden kann.Unter den vielen Marcasiten, welche in freyer Lust in Vi-triol zerfallen, sind besonders zwey berühmt, der Englische,woraus zu Deplford unweit London der grüne Vitriol ge-macht wird; und die Heßische Xlinera Xlartis, welche einemHühnereye an Größe und Gestalt gleicht. Bey dem ab-geschwefelten KieS geschieht die Vitriolescirung auch gut inder Luft, wenn derselbe in großem Haufwerk derselben, unddem Regen, und der Sonne ausgeleget wird: wo der nochdaseyende Schwefel vollends in seine Zerstörung gebrachtwird. Man glaubet zwar insgemein, daß die Luft die Vi-triolsaure hier einführe, und die Vitriolesciiung dadurch be-werkstelliget werde; man hat aber hierzu keinen gewissenGrund, sondern es kömmt hier bloß auf den noch darinnesteckenden Schwefel an: denn wenn dieser ganz und gar* aufgelöset worden, so hört auch die Vitriolescirung auf, derKies mag noch so lange in der Lust liegen.
6) Daß aber nicht alle Kiese in der Luft, ohne vorher-gegangenes Rösten, vitriolesciren, das kömmt daher, weilsie Kupfer und Arsenic bey sich führen, von welchen derSchwefel viel schwerer, als vom Eisen, loszumachen ist.
7) Zum Schwarzenberge und Geyer wird der Schlamm,welcher sich beym Auslaugen des Kieses zu Boden sehet, zueiner rothen Farbe gebrennt.
8) Von