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Practisches Mineralsystem / entworfen von Rudolf Augustin Vogel
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Salze, die nicht schmelzen.

Kochsalz in dreyerley Sorten ein, nämlich in Steinsalz,in Brunnensalz und in Seesalz. In ihrer Grundmischungsind sie alle einerley, nur hat ein jedes noch eine kleine Bey-mischung, wie wir weiter unten vernehmen werden.

§. 27.

Steinsalz, Dergsalz, geqraben Salz, 8sl xemmr, 8al petrse,

8sl iollilc, 8al montanunu

Das unter der Erden in fester Gestalt vorkommendeKochsalz ist hart, durchsichtig, glänzend wie ein Cristall,und mehrentheils weiß und graulicht, zuweilen aber auch röth-lich, grünlicht, gelb oder blaulicht, und dabey schön durchsichtig.Es wird an verschiedenen Orten in Europa, insonderheitin Pohlen bey Krakau '), in llngarn bey Stowar undCalchau, in Siebenbirgcn, in Moscau, in Calabrien, inCatalonien, im Salzburgischen, häufig und in recht gros-sen erstaunenden Bergwerken angetroffen. DaS einzigeSalzwerk in Pohlen ist so groß, daß man saget, es wäreallein hinlänglich, die ganze Weltoch auf viele tausendJahre mit Salz zu versehen. Es kömmt theils in schö-nen reinen, weißen, cristallmischen Stücken vor, welcheman zum Verkaufe, als ordentlich Steinsalz verwahret;theils ist es unter Steine und Erden gemischt, davon jeneSalzstcine genennt werden. Es werden dergleichen inden Pohlnischen Salzgruben gefördert, wo einer zwanzigbis dreyßig Centner schwer wiegt; und man treibt hiermit«inen Handel. Eben daselbst findet sich eine mit Salzbeschwängerte Thonerde, welche Spack genennt wird. Diereinen Cristallstücken sind insgemein würflicht: es findensich aber auch zuweilen rhomboidalische, und lange demSalpeter fast ähnliche Cristallen. Jene nennt man inden Pohlnischen Salzwcrken Schibiger; diese aber Jaoka Salz ; und hierunter gehöret auch die brlzblürhe,

welche

0 Hiervon findet man eine Nachricht im Hamb. Maga;.

VI.D. S-i^