296 Flüchtige Salze.
einmal zu stark weggehen und nicht zuviel Kupfer mitsich fortnehmen möge.
6) Die Silbererze zum Ioachimsthale in Böhmensind so sehr arsenicalisch, daß wenn sie in nassen Schlicheneine Zeitlang liegen bleiben und sehr heiß werden, sie sichzum Theil selbst verzehren.
7) Einige Künstler nehmen zu den Eisenproben Arse-nie; es ist aber nicht rathsam, weil die Körner davon sehrsteinigt werden, und der rechte Eisengehalt nicht kann an-gegeben werden.
8) Durch das Rösten wird der Arsenic aus den Erzenausgetrieben, und hängt sich als ein weißer. Ruß in denCaminen an, und wird Gifrmehl genannt. JnKo,boldhünen und wo Zinnerze zu gute gemacht werden, wirder in besondern Rauchfangen, welche im 16 Jahrhundertzuerst zum Ioachimsthale von David Haidler angelegetworden, gefangen, und sodann in Gifthütten in besondernOefen und Gefäßen von neuem aufsublimirt, da er dennerst zum kaufoaren Arsenic wird und eine feste Glasgestalterhält. Bey der Sublimation geht wieder ein guter Theilin Gestalt eines weißen Rauchs in die Luft, welches sich inund außerhalb der Hütten als ein flüchtiges Mehl häufiganleget; das aber nicht wieder gesammlet, sondern wegge-worfen wird. Ohnweit Geyer in Meißen ist eine solcheGifthütte, wohin das Giftmehl aus den Blaufarbenwer-ken, die Ehrenfriedrichsdorfer Zinnminern, und das graueArsenicerz von Graul zum Rösten gebracht werden. Nichtallein aber wird der Arsenic aus diesen Erzen, sondern auchaus Mißpickel, Auripjgment, und Rothgüldenerz gemacht.
9) Der Schirbenkobold, den ich oben beschrieben, istganz und gar Arsenic; und könnte daher auch mit Fug undRecht unter dem gediegenen stehen. Er findet sich in denSächsischen, Ungarischen und Harzischen Gruben.
10) Vom Sandarac ist noch zu merken, daß derselbesich entweder derb in festen ganzen Gesteine, wie z. E. ineinem Sandsteinflöße in Servien, -der cristallinssch findet,
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