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Practisches Mineralsystem / entworfen von Rudolf Augustin Vogel
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512
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512 Halbmetalle.

Sümpfe, die unter der Waschstube sind, gegossen, damitsich dasjenige noch absetzen könne, was sich in den Fässernnicht zu Boden gegeben hat; und dien heißt alsdenn Sumpf,eschel. Dieses so oft wiederholte Waschen geschieht theilsum alle Unrei'niqkeitcn von der Farbe abzuspülen, theils dieFarben und Eschel in ihre gehörigen Sorten zu versehen.Wenn nun die Farbe in den Fässern etwas trocken worden,so wird solche wieder auSgehauen, wie oben gemeldet, undauf das Reibebrct gebracht, welches 12 Fuß lang und 4Fuß breit, und an den Seiten mit Leisten einer Hand hochversehen ist. Hier werden die Stücken klein geschlagen, undmit runden Walzen entzwei, gedrückt, damit sie klar werden.

Endlich wird diese klar geriebene Farbe und Eschel aufBreter (Farbebreter) gethan und in die Trockensiube ge-bracht, welche sehr stark geheizet wird. Wenn nun allestrocken, so wird die Farbe von den Brecern in einen großenKasten gethan, durch ein zartes Haarsieb durchgesiebet, ge-hörig gemenget, etwas angefeuchtet, und noch einmal ge-menget, endlich gewogen, und in die Fäßchen gethan, da esdenn Kaufmannswaare ist.

In Sachsen werden die Fäßchen mit folgenden Zeichengebrannt. Da man nämlich von den Sächsischen Farbe-werken viercrley Waare macht, als r) hohe Farben, 2)Cou-leuren, z) EschelS, 4) Saflor; so haben sie daselbst fol-gende Zeichen: O. kL ordinair Hoch, XI. Ist. mitte! Hoch,L. kL fein Hoch, L.L.kLdaS feinste Hoch; O.L. ordinaireCouleur, Xl.L. Mittel Couleur, k L. feine Couleur, L.L.L.noch feinere Couleur, L.L. L. L. die feinste Couleur; O.L.ordinaire Eschel, XI. L. mitte! Eschel, k L. feine Eschel,L.L.L. noch feinere Eschel, L. k.b.L. die feinste Eschel;das ordinaire Eschel O.L. kömmt im Commercieilwesen auchbisweilen in Stücken und ungerieben vor, da es denn O.L.schlechtweg, wenn es aber gerieben ist, O. L. 6. gezeichnetwird. Der Böhmische blaue Streusand, oder das soge-nannte Streublau, ist ein grobgemahlnes Glas. VonSafloren ist O. 8. ordinairer Saflor, XI. 8. Mittel Saflor,