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Erster Band.
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für uns, indem mir sie in nnS aufnehmen, indem sie sichin uns zu einer Naturauschauung gestaltet. So ge-heimnißvoll unzertrennlich alö Geist und Sprache, derGedanke und daö befruchtende Wort sind, eben so schmilzt,uns selbst gleichsam unbewußt, die Außenwelt mit demInnersten im Menschen, mit dem Gedanken und der Em-pfindung zusammen.Die äußerlichen Erscheinungen werdenso", wie Hegel sich in der Philosophie der Geschichteausdrückt,in die innerliche Vorstellung übersetzt". Dieobjective Welt, von unS gedacht, in uns reflectirt, wirdden ewigen, nothwendigen, alles bedingenden Formen unserergeistigen Eristenz unterworfen. Die intellcctuelle Thätigkeitübt sich dann an dem durch die sinnliche Wahrnehmungüberkommenen Stoffe. Es liegt daher schon im Jugendalterder Menschheit, in der einfachsten Betrachtung der Natur,in dem ersten Erkennen und Auffassen eine Anregung zunaturphilosophischen Ansichten. Diese Anregung ist ver-schieden, mehr oder minder lebhaft, nach der Gemüths-stimmung, der nationalen Individualität und dem Cultur-zustande der Völker. Eine Geistesarbeit beginnt, sobald,von innerer Nothwendigkeit getrieben, das Denken denStoff sinnlicher Wahrnehmungen aufnimmt.

Die Geschichte hat uns die vielfach gewagten Versucheaufbewahrt, die Welt der physischen Erscheinungen in ihrerVielheit zu begreifen, eine einige, das ganze Universumdurchdringende, bewegende, entmischende Weltkraft zu er-kennen. Diese Versuche steigen in der classischen Vorzeitzu den Physiologien und Urstoff-Lehren der ionischenScbule hinauf, wo bei wenig ausgedehnter Empirie (beieinem dürftigen Material von Tbatfacben > das ideelle