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entfernt, als es die Erde von der Sonne ist. Stände derNebelstern also an der Stelle unserer Sonne, so wurdeseine Atmosphäre nicbt bloß die Uramiöbahn einschließen,sondern sich »och achtmal weiter als diese erstrecken^.
Unter der eben geschilderten engen Begrenzung derSonnen-Atmosphäre, ist mit vieler Wahrscbeinlichkeit alsmaterielle Ursach des Zodiaeallichtes die Eristenz eineszwischen der Venus - und Marsbahn frei im Welträumekreisenden, sehr abgeplatteten Ringes"' dunstartiger Ma-terie zu betrachten. Von seinen eigentlichen körperlichenDimensionen, von seiner Vergrößerung" durch Ausströmungder Schweife vieler Myriaden von Cometen, die in dieSonnennähe kommen, von der sonderbaren Veränderlichkeitseiner Ausdehnung, da er bisweilen sich nicht über unsereErdbahn hinaus zu erstrecken scheint, endlich von seinemmuthmaßlichen inneren Zusammenhange mit dem in derNähe der Sonne mehr condensirten Weltdunste ist wohlfür jetzt niebts sicheres zu berichten. Die dunstförmigenTheilchen, aus welchen der Ring besteht und die nach pla-netarischen Gesetzen um die Sonne eirculiren, können ent-weder selbstleuchtend oder von der Sonne erleuchtet sein.Selbst ein irdischer Nebel (und diese Thatsache ist sehrmerkwürdig) hat sich 1743, zur Zeit des Neumondes, mit-ten in der Nacht so phosphorisch erwiesen, daß man Gegen-stände in 600 Fuß Entsernung " deutlich erkennen konnte.
In dem Tropenklima von Süd-Amerika hat mich bis-weilen die veränderliche Lichtstärke des ZodiaealscheinS inErstaunen gesetzt. Da ich mehrere Monate lang, an denFlußusern und in den GraSebenen (Llanos), die heiterenRächte in freier Lust zubrachte, so hatte ich Gelegenheit,