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Planeten die hebenden elastischen Kräfte bestimmt habenmehr gegen die nördliche als gegen die südliche Erdhälstezu wirken, daS Festland in der östlichen Erdhälste alseine breite zusammenhangende Masse mit der Hauptarefast dem Aequator parallel, in der westlichen, mehroceanischen Hälfte schmal und meridianartig auszutreiben.
Ueber den Kausalzusammenhang solcher großen Be-gebenheiten der Länderbildung, der Aehnlichkeitund deö Conirastes in der Gestaltung, ist wenig empirischzu ergründen. Wir erkennen nur das Eine: daß die wir-kende Ursach unterirdisch ist; daß die jetzige Ländersormnicht auf einmal entstanden, sondern, wie wir schon obenbemerkt, von der Epoche der filmischen Formation (neptn-nischen Abscheidung) bis zu den Tertiärschichten nach man-nigfaltigen oscillirenden Hebungen und Senkungen desBodens sich allmälig vergrößert hat und aus einzelnenkleineren Continenten zusammengeschmolzen ist. Die der-malige Gestaltung ist das Product zweier Ursachen, dieauf einander folgend gewirkt haben: einmal einer unter-irdischen Kraftäußerung, deren Maaß und Richtung wirzufällig nennen, weil wir sie nicht zu bestimmen ver-mögen, weil sie sich für unsern Berstand dem Kreise derNothwendigkeit entziehen; zweitens der auf der Ober-fläche wirkenden Potenzen, unter denen vulkanische Aus-brüche, Erdbeben, Entstehung von Bergketten und Meeres-strömungen die Hauptrolle gespielt haben. Wie ganz an-ders würde der Temperatur-Zustand der Erde, und mit ihmder Zustand der Vegetation, des Ackerbaues und der mensch-lichen Gesellschaft sein, wenn die Hauptare des NeuenEontinents einerlei Richtung mit der des Alten hätte;