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kleinen und sehr eingeschlossenen, wo die Fluthwelle kaum odergar nicht merklich wird), sind durch die Newton'sche Natur-lehre vollständig erklärt, d. h. „in den Kreis des Noth-wendigen zurückgeführt". Jede dieser periodisch wiederkeh-renden Schwankungen deö Meerwassers ist etwas längerals ein halber Tag. Wenn sie im offenen Weltmeer kaumdie Höhe von einigen Fußen betragen, so steigen sie alsFolge der Configuration der Küsten, die sich der kommendenFluthwelle entgegensetzen, in St. Malo zu 50, in Acadienzu 65 bis 70 Fuß. „Unter der Voraussetzung, daß dieTiefe deö Meeres vergleichungsweise mit dem Halbmesserder Erde nicht bedeutend sei, hat die Analyse des großenGeometers Laplaee bewiesen, wie die Stetigkeit desGleichgewichts des Meeres fordere, daß die Dichte seinerFlüssigkeit kleiner sei als die mittlere Dichte der Erde.In der That ist die letztere, wie wir oben gesehen, fünfmalso groß als die deö Wassers. Daö hohe Land kann alsonie überflulhet werden, und die auf den Gebirgen gefun-denen Ueberreste von Seethieren können keinesweges durchehemals höhere Fluthen (durch die Stellung der Sonneund des Mondes veranlaßt) in diese Lage gekommen fei«." 37Es ist kein geringes Verdienst der Analyse, die in denunwissenschaftlichen Kreisen des sogenannten bürgerlichenLebens vornehm verschmäht wird, daß Laptace's vollen-dete Theorie der Ebbe und Fluth es möglich gemachthat in unseren astronomischen Ephemeriden die Höhe derbei jedem Neu- und Vollmonde zu erwartenden Spring-fluthen vorherzuverkündigen und so die Küstenbewohner ausdie eintretende, besonders bei der Mondnähe noch vermehrteGefahr ausmerksam zu machen.