Alterthum auf unS gekommen; und doch gingen ununter-brochen Staatsmänner, Heerführer, und in ihrem GefolgeLitteraten durch Hclvetien nach Gallien . Alle diese Reifendenwissen nur über die unsahrbaren, scheußlichen Wege zuklagen, das Romantische der Naturscenen beschäftigte sie nie.ES ist sogar bekannt, daß JuliuS Cäsar , alS er zu seinenLegionen nach Gallien zurückkehrte, die Zeit benutzte, um„während des UebergangcS über die Alpen " eine gramma-tische Schrift <1 e annlogia anzufertigen.Siliuö Italiens lcr starb unter Trajan , wo die Schweiz schon sehr ange-baut war) beschreibt die Alpcngegend als eine schrecken-errcgende, vegetationslose Einöde", während er mit Liebealle Felsenschluchten Italiens und die buschigen Ufer desLiriS (Garigliano ) besingt". Auffallend ist dabei, daß derwundersame Anblick gegliederter Basaltsäulen, wie dasmittlere Frankreich , die Rheinuser und die Lombardei sie invielfältigen Gruppen darbieten, die Römer zu keiner Be-schreibung, ja nicht einmal zu einer Erwähnung angeregt hat.
Während die Gefühle abstarben, welche daö classischeAlterthum belebten und den Geist aus Handlung undAetißerung menschlicher Thatkraft, nicht auf Zuständeund Beschallung der Außenwelt leiteten, gewann eine neueSinnesart Raum. ES verbreitete sich allmälig daS Ehri-stcnthum; und wie dieses, selbst wo es als StaatSreligionauftrat, in der großen Angelegenheit der bürgerlichen Frci-beit des Menschengeschlechts für die niederen Volksclassenwvblthätig wirkte, so erweiterte cS auch den Blick in diefreie Natur. Das Auge haftete nicht mehr an den Ge-stalten der olympischen Götter; der Schöpfer (so lehrenes die Kirchenvater in ihrer kunstgerechten, oft dichterisch