30
Beharren wir bei dieser, wie sie nach Bessel'S letzterBestimmung gegenwärtig am allgemeinsten angenommen wird,also bei einer Abplattung von 29 ^ 2 , s° beträgt die Anschwel-lung ^ unter dem Aequator eine Höhe von 3272077'—3261139' — 10938 Toisen oder 65628 Pariser Fuß: ohnge-fähr 2 % (genauer 2,873) geographische Meilen. Da manseit srühester Zeit gewohnt ist eine solche Anschwellungoder convere Erhebung der Erdoberfläche mit wohlgcmessenenGebirgsmaffen zu vergleichen: so wähle ich als Gegenständeder Bergleichung den höchsten unter den jetzt bekannten Gipfelndeö Himalaya , den vom Oberst Waugh gemessenen Kin-tschindjinga von 4406 Toisen (26436 Fuß); und denTheil der Hochebene Tibets , welcher den Heiligen SeenRakaS-Tal und Manassarovar am nächsten ist, und nachLieut. Henry Strachey die mittlere Höhe von 2400 Toisenerreicht. Unser Planet ist demnach nicht ganz dreimal soviel in der Aequatorial-Zone angeschwollen, als die Er-hebung deö höchsten Erdbergeö über der Meeresfläche be-trägt; fast fünfmal so viel als das östliche Plateau von Tibet .
Es ist hier der Ort zu bemerken, daß die durch bloßeGradmeffungen oder durch Combinationen von Grad- undPendel-Messimgen sich ergebenden Resultate der Abplat-tung weit geringere Verschiedenheiten'" in der Höhe derAequinoctial-Anschwellung darbieten, als man aufden ersten Anblick der Bruchzahlen zu vermuthen geneigt seinkönnte. Der Unterschied der Polar-Abplattungen ^ undbeträgt für die Unterschiede der größten und kleinstenErdachse nach den beiden äußersten Grenzzahlen nur etwasüber 6600 Fuß: nicht das Doppelte der kleinen Berghöhen des