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damit er durch sie, wenn sie zur guten Stunde zurückkehrten, unter seinen Unterthanen verbreitet werden könne, und mit dieserBitte schickte er dem Könige ein Geschenk an Elfenbein und Palmzeugen, da es in seinem Lande keine andern Kostbarkei-ten gab.«
»Als aber Diogo Cäo mit dieser Bitte um Bekehrung von Seiten eines Fürsten, des Beherrschers eines so grossen Volkes, kamund da dieses der Hauptzweck war, den der König Don Joäo bei diesen Entdeckungen vor Augen hatte, so hielt dieser, welchergerade zu Beja verweilte, um seine Freude über dies Werk zu zeigen und Gott dafür zu danken, den Gesandten Cazuta und auchdie Jünglinge, die mit ihm gekommen waren, selbst über den Taufstein ; die Königin aber war die Pathin und sie und der König
hatten, diese Handlung recht feierlich zu begehen, ihre Festkleider angelegt. Und dieser Cazuta erhielt dem König zu lieb den
Namen Don Jäo und von dem andern Pathen, Aires da Silva, Oberkämmerer des Königs, den Zunamen da Silva; auch die Jünglingenahmen die Namen und Zunamen der Pathen an, die sie zur Taufe führten.«
»Aber wie viel auch das Christenthum dieser Männer von Congo durch die Bekehrung ihres Königs zur Ehre Gottes fruchtete;so wenig nutzte, was der König auf Verlangen des Königs von Benin that, dessen Reich zwischen dem Königreiche Congo und demFort Säo Jorge da Mina liegt. Denn zu der Zeit, als Diogo Cäo das erste Mal aus Congo zurückkam, nämlich im Jahre 486, liessauch dieser König von Benin den König bitten, Priester hinzuschicken, um ihn im Glauben zu unterweisen; nachdem schon imvorhergehenden Jahre ein gewisser Fernäo do Po, der zugleich mit dieser Küste die Insel, welche jetzt noch nach seinem Namenheisst, entdeckte, hingekommen war. Diese Insel, die nah am Festland liegt, hatte er wegen ihrer Grösse Ferinosa (die schöne)genannt; sie verlor jedoch diesen Namen und es blieb ihr der ihres Entdeckers.«
»Jenen Gesandten des Königs von Benin aber brachte Joäo Affonso d’Aveiro mit, der auf Befehl des Königs auf die Entdeckung
dieser Küste ausgesegelt war; zugleich brachte er auch den ersten Pfeffer, der aus jenen Landen von Guinea in dies Reich kamund den wir jetzt Schwanzpfeffer heissen, weil er sich von dem andern Indischen Pfeffer dadurch unterscheidet, dass der Stiel,auf dem er wächst, noch an ihm hängt; der König schickte ihn nach Flandern , aber er wurde nicht so hoch geschätzt, wie derIndische. Und weil dies Reich Benin nah bei dem Fort Säo Jorgo da Mina lag und die Neger, welche Gold zum Tausche hinbrach-ten, gerne Sklaven kauften, um ihre Waare zu tragen, liess der König in. einem Hafen von Benin, Namens Gato , eine Factoreierrichten, wo man eine grosse Menge derselben eintauschte, an denen man hinwiederum in Mina Viel gewann, weil sie die Gold-händler zu dem doppelten Preise kauften, den sie hier im Reiche hatten. Aber da der König von Benin seinen Abgöttereien sehrzugethan war und die Priester mehr verlangte, um mit unserm Schutz gegen seine Nachbarn mächtiger zu werden, als aus Sehn-sucht nach der Taufe; so stifteten die Spender derselben, welche ihm der König sandte, sehr wenig Nutzen. Daher kam es auch,dass er sie wieder zurückberief, und dessgleichen die Factoreibeamten, da der Ort sehr ungesund ist; und unter den Personen vonNamen, welche auf derselben starben, war auch der nämliche Joäo Affonso d’Aveiro, der sie zuerst gegründet. Doch hatte seitdemder Sklavenhandel von Benin nach Mina lange Zeit hindurch, sowohl bei Lebzeiten des Königs Don Joäo, als des Königs Don Manuel,seinen Fortgang; denn die Schiffe, welche aus diesem Reiche absegelten, tauschten dieselben gewöhnlich dort ein und brachten siesodann nach Mina, bis dieser Handel, wegen grosser Uebelstände, die dabei Statt fanden, verlegt und eine starke Caravelle nach derInsel S. Thome geschickt wurde, wo eben sowohl die Sklaven von der Küste von Benin , als die aus dem Königreich Congo zuMarkt gebracht wurden, weil alle Schiffe, die nach jenen Breiten ausgerüstet wurden, daselbst anlegten, und von dieser Insel schafftesie diese Caravelle nach Mina.«
»Aber da der König Don Joäo III., unser Herr, der jetzt regiert, sah, wie jenes heidnische Volk, das schon in unsrer Gewaltgewesen, wiederum in die Hände der Ungläubigen gerieth, wodurch sie des Verdienstes der Taufe verlustig wurden und ihre Seelenauf ewig verloren waren; so befahl er, obgleich ihm gesagt wurde, dass er dabei Viel verliere, als ein sehr christlicher Fürst, dermehr auf das Heil dieser Seelen, als den Nutzen seiner Kasse bedacht war, diesen Handel mit ihnen einzustellen. Und dadurchwurden mehr als tausend Seelen unter die Zahl der Getreuen der Kirche aufgenommen, welche vor diesem heiligen Befehl jedesJahr in die ewige Knechtschaft des Teufels geriethen, indem sie Heiden blieben, die sie waren, oder Mauren wurden, wenn dieselbensie auf dem Wege des Handels, den sie mit den Negern der Provinz Madinga trieben, in ihre Gewalt bekamen: eine That, für dieGott, zu dessen Ehre sie geschah, den König sogleich belohnte. Denn da er das Seelenheil dieser Heiden höher anschlug als dasviele Gold, das er, wie man ihm sagte, mit diesem Sklavenhandel verlor, so öffnete ihm Gott eine andere Mine unterhalb der StadtSäo Jorge, von wo sogleich bis auf den heutigen Tag eine grosse Masse Gold einging, dessen Werth Mehr beträgt, als man durchden Verkauf der Sklaven löste.«
Vergleicht man nun die Berichte des Martin Behaim und des Bar ros, so ergeben sich nicht unbedeutendeAbweichungen, wobei aber allerdings zu berücksichtigen sein dürfte, dass Behaim als Theilnehmer der Expeditionauf grössere Glaubwürdigkeit Anspruch macht, als Bar ros. Für Behaim bildete diese Reise mit Diogo Cäogewissermassen den bedeutendsten Abschnitt seines Lebens, die Data mussten sich ihm tief einprägen, während indem Werke Asia des Bar ros die Fahrt des Diogo Cäo nur ein einziges Kapitel ausmacht und Letzterer seineStudien auf die ganze Portugiesische Geschichte und auf weit wichtigere Ereignisse ausdehnt. Bar ros war nachdieser Expedition 1490 oder 1496 geboren und nahm sein Werk Asia erst 1531 ernstlich in Angriff; die erstenDecaden gab er 1552, 1553 und 1563 zu Lissabon heraus. Es lag also schon ein ansehnlicher Zeitraum zwischendem Factum selbst und dem Aufzeichnen des Geschichtsschreibers. Allerdings standen ihm, als vormaligem Gesell-schafter und Pagen des Kronprinzen und nachmaligen Königs Joäo ID., alle Hülfsquellen offen; aber es fragt sichnur, ob Bar ros, als Schatzmeister von Indien und Besitzer der Provinz Mar an hon in Brasilien , sich die Müsse ge-nommen habe, in Dingen, die ihm minder wichtig schienen, bei widersprechenden Angaben die nöthigen Vergleichungen
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