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besonders, weil es auch durch Pigafetta bestätigt wird, der ein Begleiter Ferdinand Magellan’s war 12 ). Als nämlich Magellan ,unzufrieden mit seinem Vaterlande, sich in Spanien Karl V. vorstellte und ihm den Vorschlag machte, die Entdeckung der Mollukken aus-zuführen, ohne die Portugiesischen Besitzungen zu berühren, indem er seinen Weg durch eine noch nicht durchschiffte Meerenge nähme;stützte er sich auf die Nachricht, die ihm Francisco Serräo **) von der Lage jener Inseln gegeben hatte, auf die Beobachtungen und dieAnleitung von Ruy Falleiro, Portugiesischem Astronomen* 4 ), der, gleichfalls unzufrieden, mit ihm gegangen war, und auf eine KarteMartin’s de Bohemia, die er im Kabinet des Königs Emanuel gesehen. So weit scheint dieses keinem Zweifel zu unterliegen; es bleibtjedoch noch übrig, zu erklären, wie schon damals die Mageliansstrasse auf einer Karte angezeigt werden konnte, da sie doch erst vieleJahre später entdeckt wurde. Es hat bisher unmöglich geschienen, diesem Gegenstände auf den Grund zu kommen; es mag daher nichtbefremden, wenn auch wir hier eine Vermuthung darüber aufstellen.
In dem Ersten der Briefe des Americo Vespucci über die beiden auf Befehl des Königs von Portugal gemachten Reisen berichteter, dass er im Jahre 1501 einen Theil der Küste von Brasilien bis zur Höhe von 32 Graden, das ist bis in die Nähe des Platastromes,untersucht habe, wozu er zehn Monate gebraucht hatte. Da er sah, dass er in dem Lande keine Minen fand, beschloss er, diese Küste zuverlassen und das Land von einer anderen Seite zu untersuchen; da seine Schiffe mit Wasser und Lebensmitteln auf sechs Monate versehenwaren, so brachte er seine Absicht in Ausführung und schlug die Richtung nach Ost-Süd-Ost ein. Sie setzten die Fahrt bis zum 52. Gradfort, wo sie Land erblickten und einen Sturm aushielten, der sie an ein Land verschlug, dessen Küste sie noch 20 Meilen weit verfolgten.Da ihnen Sturm und Kälte beinahe den Untergang brachten, so kehrten sie wieder nach Portugal zurück 15 ).
Wenn daher Americo bis zum 52. Grad gelangte und noch 20 Meilen weiter an der Küste hinsegelte, so musste er nothwendigerWeise die in derselben Breite gelegene Mageliansstrasse entdecken, wenn auch auf keine andere Weise, als durch die Gewalt der Strömung,die er ohne Zweifel bemerken musste, und deren Unterschied an der Mündung einer Meerenge oder einer Bucht wohl fühlbar ist. Diesesbemerkte er in seinem Tagebuch mit grösserer Sorgfalt als später in seinen Briefen; das Tagebuch aber kam in die Hände des KönigsEmanuel, der (wie Vespucci selbst am Ende seines Summario sagt) alle seine Bücher und Papiere sehen wollte, ohne dass man erfährt,ob er sie ihm wieder zurück gegeben habe.
Es scheint daher Nichts natürlicher, als dass Vespucci unter dem Beistand Martin’s de Bohemia, der damals in Lissabon sichbefand, eine Karte oder einen Globus angefertigt habe, worauf alle neuen Entdeckungen und namentlich die des Americo verzeichnetwaren * 6 ). Man kann selbst annehmen, dass Behaim in dieser Absicht nach Portugal (von Fayal ) gerufen worden sei, wenn man die Liebe Emanuel’sfür das Studium der Geographie und die bekannte Erfahrung jenes Mannes in der Anfertigung von Seekarten in Betracht zieht. Die von
M ) ,,Der Capitano Generale wusste, dass er seine Fahrt durch eine sehrverborgene Meerenge machen musste; er hatte Dies in der Schatzkammer desKönigs von Portugal auf einer von jenem ausgezeichneten Manne Martin deBohemia gefertigten Karte gesehen.“ S. Pigaffeta’s Reisen.
,J ) Francisco Serräo, der von Goa nach der Insel Banda und nach denMolukken gesegelt war, stund von dort aus in Briefwechsel mit Fernando deMagalhäes, auch noch nach dessen Rückkehr nach Portugal .
Barros, Decadas.
u ) Nach Dem, was uns Castanheda, Buch 6, und Barros Dec. III,Buch 5, Kap. 10 hinterlassen haben, übergab Falleiro dem Magalhäes vorseiner Abreise eine Art von Vorschrift in 30 Kapiteln, worin er ihm Belehrungüber seine Fahrt ertheilt. Diese Vorschrift kam in die Hände von Duarte deRezende, der darüber eine Abhandlung schrieb, die, sowie alle übrigen Papiere,von denen Barros an dieser Stelle spricht, verloren gegangen ist. Man weissjedoch, dass in dieser Vorschrift drei Methoden, die Längen zu berechnen, ent-halten waren. Da es in gegenwärtiger Zeit nicht ohne Interesse sein mag, zuerfahren, worin diese Kenntnisse des Falleiro bestanden, so setzen wir dieBeschreibung zweier dieser Methoden hieher, wie sie von Pigaffeta, einem derMitreisenden, der sie auf der Reise oft ausüben sah, in seinem Tratado de Na-vegacjao, übersetzt und herausgegeben von Carlo Amoretti , Bibliothekar undDirektor des Ambrosianischen Collegiums, gegeben wird.
1) Von der Breite des Mondes schliesst man auf die Länge des Ortes, woman die Beobachtung macht. Man nennt die Breite des Mondes seine Entfernungvon der Ekliptik. Die Ekliptik ist der Weg der Sonne. Der Mond entfernt sichauf seiner Bewegung immer von ihr, bis er zu seiner weitesten Entfernung ge-langt ; nachher wendet er um bis zu dem Kopfe oder dem Schweife des Drachen,wo er die Ekliptik durchschneidet. Da der Mond, je nach dem Masse, als er sichvon der Sonne entfernt, in der nämlichen Zeit auch Grade gegen Westen durch-läuft , so muss er nothwendiger Weise eine grössere Breite auf der einen Seiteder Erdkugel haben, als auf der anderen. Wenn man die Breite kennt (derenGrade und Minuten mit dem Astrolabium gemessen werden), so weiss man auch,ob der Mond gegen Osten oder gegen Westen steht, und wie viele Grade er
von dem einen oder dem anderen Punkte entfernt ist. Man kann aber die Längedes Ortes, wo man die Beobachtung macht," nicht finden, ohne genau zu wissen,in welcher Länge und Breite der Mond zu derselben Stunde an dem Orte, vondem man abreiste, z. B. Sevilla steht. Wenn man diese genau weiss und siemit der Länge und Breite, die er an dem Orte hat, wo der Seefahrer sich be-findet, vergleicht; so weiss man, wie viele Stunden der Meridian, unter wel-chem man sich befindet, von dem Meridian von Sevilla entfernt ist, und darauskann man sodann die östliche oder westliche Entfernung von dieser Stadt be-stimmen.
2) Der Mond gibt noch ein anderes Mittel an, um die Länge des Ortes, woman sich befindet, zu erkennen ; aber dazu ist es nothwendig, die Stunde genauzu wissen, in welcher der in Sevilla beobachtete Mond in Conjunktion mit einemgegebenen Sterne oder Planeten kommt, oder dass er mit der Sonne in solcherOpposition stehe, dass die Grade genau bestimmt seien, was man vermittels desKalenders findet. Da nun das Phänomen im Osten eher als im Westen stattfin-det, so schliesse ich aus den Stunden und Minuten, die vergangen sind, seitdemdas Phänomen in Sevilla stattgefunden hat, bis dahin, wo der Schiffer essieht, auf meine westliche Länge von Sevilla . Wenn das Phänomen aber andem Orte, wo ich bin, früher stattfindet, als in Sevilla , so bestimme ich durchdie Zeit, die ihm vorhergeht, meine östliche Länge. Für jede Stunde mussman 15 Grade Länge nehmen. Wie Barros behauptet, war dieses die vonS. Martin gebilligte Methode und die einzige, welche auf der Reise angewandtwurde.
Die dritte Methode beruht auf einer falschen Voraussetzung bezüglich derauch in jetziger Zeit noch wenig bekannten Abweichung der Magnetnadel; ichhalte es daher für unnöthig, ihrer zu erwähnen.
* 5 ) Man vergleiche Band II. der Noticias para a Historia e Geografia dasNapoes Ultramarinas pag. 148 und 149.
16 ) Amerigo Vespucci war selbst ein sehr geachteter Kartenzeichner (manvergl. Seite 68 dieses Werkes). Ware die besprochene Karte in der Weise zuStande gekommen, wie Trigozo meint, so würde sie wohl nach Vespucci und nicht nach Behaim genannt worden sein. Anm. des Herausg.
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